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Eintracht Frankfurt vor der Relegation gegen Nürnberg : Tumorerkrankung von Marco Russ bei Dopingtest festgestellt

Schock für Eintracht Frankfurt vor dem Relegationsspiel gegen Nürnberg: Bei einer vermeintlich positiven Dopingprobe ist bei Kapitän Marco Russ ein Tumor entdeckt worden - trotzdem ermittelte die Staatsanwaltschaft zunächst.

Eintracht-Kapitän Marco Russ.
Eintracht-Kapitän Marco Russ.Foto: dpa/Diedert

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt steht nur wenige Stunden vor dem wichtigen Relegationsspiel gegen den 1. FC Nürnberg unter Schock. Bei Abwehrspieler und Publikumsliebling Marco Russ ist nach der Auswertung einer Dopingprobe eine schwere Tumorerkrankung festgestellt worden.

Der 30 Jahre alte Verteidiger muss am kommenden Dienstag operiert werden, möchte aber an diesem Donnerstagabend (20.30 Uhr/ARD und Sky) zumindest beim ersten von zwei Entscheidungsspielen um den Bundesliga-Verbleib unbedingt auflaufen. „Er wirkte sehr gefasst und seine Frau kam auch noch hinzu. Marco hat Trainer Niko Kovac dann im Laufe des Abends mitgeteilt, dass er sich zum Spiel bereit fühlt“, sagte der Frankfurter Vorstandschef Heribert Bruchhagen dem Radiosender FFH.

Die zweite Dimension dieser Geschichte ist: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelte nach der Auswertung der Doping-Probe zunächst wegen des Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz gegen Russ und ließ noch am Mittwoch seine Privatwohnung, seinen Spind auf dem Trainingsgelände und sogar sein Zimmer in jenem Hotel durchsuchen, in dem sich die Eintracht auf das Nürnberg-Spiel vorbereitet. Dass der Fußball-Profi erkrankt und nicht gedopt ist, erfuhren die Ermittler erst am Donnerstagfrüh aus den Medien.

Eintracht Frankfurt behält sich nun sogar rechtliche Schritte gegen die Staatsanwaltschaft vor. Präsident Peter Fischer sprach von einem „Skandal. Das ist vollkommen respektlos“, schimpfte er im Hessischen Rundfunk. „Was gestern Abend passiert ist, wird der Verein aufarbeiten müssen. Die Frage, in welchen Verhältnismäßigkeiten dort Hausdurchsuchungen und Hoteldurchsuchungen gestanden haben. Auf welchem Rechtsgrund die basierten. Ich werde den Vorstand dazu aufrufen, das nach allen Seiten juristisch zu prüfen.“

Die Staatsanwaltschaft wusste nichts von der Erkrankung - und durchsuchte Russ Wohnung

Ursprung des gesamten Falls ist eine Doping-Probe, die bei Russ nach dem Bundesliga-Spiel bei Darmstadt 98 am 30. April genommen wurde. Am Mittwoch teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada der Eintracht, dem Deutschen Fußball-Bund und auch der Staatsanwaltschaft Frankfurt mit, dass bei der Untersuchung dieser Probe ein „auffällig erhöhter Wert des Wachstumshormons HCG“ im Körper des Bundesliga-Profis festgestellt worden sei.

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Schock in Frankfurt: Tumorerkrankung bei Marco Russ
Schock in Frankfurt: Tumorerkrankung bei Marco Russ

Die Nada wies sofort darauf hin, dass dieser Wert auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein könne. Sie forderte eine umgehende Untersuchung des Spielers ein. Die Eintracht schickte Russ daraufhin noch am Mittwoch zu einem Internisten und in ein biochemisches Institut. Blutwerte, Urinwerte und ein Ultraschallbild bestätigten eine „schwere Tumorerkrankung“.

Die Staatsanwaltschaft wiederum ist nach dem neuen Anti-Doping-Gesetz verpflichtet, sofort Ermittlungen aufzunehmen, wenn sie durch die Nada über einen positiven Dopingbefund informiert wird. Russ sei mit Durchsuchungen einverstanden gewesen. „Beweismittel wurden dabei nicht sichergestellt“, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Offiziell eingestellt werden kann das Verfahren aber erst, sobald der Staatsanwaltschaft ein ärztlicher Befund über die Erkrankung vorliegt. Den habe die Behörde nun angefordert.

Ob Russ gegen Nürnberg tatsächlich aufläuft und wie die Frankfurter Mannschaft mit diesem Schock umgeht, vermochte Vorstandschef Bruchhagen Stunden vor dem Spiel noch nicht einzuschätzen. „Ich kann mich nicht in die Gemütslage eines Menschen hineinfühlen, eines jungen Sportlers, wenn er eine so niederschmetternde Diagnose bekommt“, erklärte der 67-Jährige. Er sei „kein Tiefenpsychologe, sondern Fußball-Manager. Ich kann es nicht schildern und ich kann es auch nicht prognostizieren, was das für die Spieler bedeutet.“ (dpa)

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