Eisbären-Abwehr : Tore schießen ist nicht alles

Die Eisbären spielen gern offensiv - nun sollen sie auch Tore verhindern. Vor dem Spiel gegen Hannover feilen die Berliner an der Abwehr

Katrin Schulze

Berlin - Auf den ersten Blick mag es merkwürdig scheinen. Da haben die Eisbären Berlin ihr letztes Spiel in beeindruckender Manier 11:0 gewonnen – und ihr Trainer hat nichts besseres zu tun, als über die Verbesserung der Abwehrarbeit zu referieren. „Wir müssen uns mehr auf unsere Defensive fokussieren“, sagte Don Jackson nach dem gestrigen Training.

Sucht der Tabellenführer der Deutschen EishockeyLiga zwanghaft Beschäftigung? Oder wollen die Eisbären nur ein bisschen Spannung erzeugen, indem sie weniger Tore schießen? Ganz so einfach ist es nicht, denn heute treten die Berliner bei den Hannover Scorpions an (Beginn 19.30 Uhr). Ein sehr defensiv ausgerichtetes Team, mit dem die Eisbären trotz ihrer blendenden Verfassung Probleme bekommen könnten. Denn wer gegen die Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Hans Zach erst 0:1 zurückliegt, dem gelingt es nur schwer, das Spiel zu drehen.

Jackson weiß das. Der Offensivdrang seines Teams führt allerdings schnell dazu, dass es die Abwehrarbeit vernachlässigt. Was soll’s, dann gewinnen die Berliner eben 5:4 statt 2:1 – so lautete das Motto schon in der vergangenen Saison, in der sie gegen Düsseldorf schon mal 7:6 gespielt haben. „Diese Mentalität hat uns in der letzten Spielzeit womöglich den ersten Platz in der Hauptrunde gekostet“, sagte der ehemalige Weltklasseverteidiger Jackson.

Damit seine Mannschaft diesmal nicht wieder einer anderen den Vortritt lassen muss, übt er nun, Torschüsse zu verhindern. „Wir müssen in der Lage sein, 1:0 zu gewinnen“, sagt er. Gerade gegen so „ausgezeichnete Abwehrspieler“ wie die Hannoveraner kann das entscheidend sein. Dass die Eisbären deshalb aber zu einem taktisch geprägten Defensiv-Team werden, das seinen Drang nach vorne stoppt, ist kaum vorstellbar. Und auch nicht nötig, findet Jackson: „Wenn die Defensive funktioniert, klappt es im Sturm von selbst.“

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