Eisbären : Ärger nach Sperre gegen Rankel

Im Nachhinein wurde André rankel für seinen Kopf-Ceck gegen den Mannheimer Plachta bestraft und für vier Spiele gesperrt. Die Eisbären fühlen sich ungerecht behandelt.

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Vier Spiele zuschauen. André Rankel.
Vier Spiele zuschauen. André Rankel.Foto: dpa

Es war eine Szene, die für die Eisbären keine schmerzhaften Konsequenzen zu haben schien. Da hatte am Sonntag beim Heimspiel der Berliner im letzten Drittel André Rankel den Mannheimer Matthias Plachta mit einem harten Check am Kopf getroffen. Für den Schiedsrichter war die Sache klar: Spieldauerdisziplinarstrafe für das Foul – allerdings gegen Thomas Supis. Der 19 Jahre alte Verteidiger musste seine erste Partie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) vorzeitig beenden. Die Berliner beschwerten sich nicht darüber, war Angreifer Rankel für sie wertvoller als Supis. Doch die Angelegenheit hatte ein Nachspiel: Die DEL sperrte Rankel wegen des Kopfchecks nachträglich für vier Spiele und verhängte zudem eine Geldstrafe von 1200 Euro. Am Freitag fehlte den Berlinern beim Spiel in Ingolstadt ihr vielleicht wertvollster Angreifer.

Als der Schiedsrichter Supis statt Rankel in die Kabine geschickt hatte, protestierten die Berliner nicht so vehement wie nun nach der drastischen Strafe. Thomas Supis sagte sogar: „Ich fühle mich nicht als Bauernopfer.“ Angeblich haben die Eisbären dem Schiedsrichterassistenten signalisiert, dass Supis nicht das Foul begangen hatte. „Aber der Linesman wollte nicht auf uns hören“, sagt Manager Peter John Lee. Nach der Strafe gegen Rankel erwägen die Eisbären nun einen Einspruch. Aber der würde erst kommende Woche verhandelt. „Und dann haben wir schon zwei Spiele ohne Rankel hinter uns.“ Am Sonntag spielen die Eisbären bei den Krefeld Pinguinen.

Lee fürchtet auch, dass die Diskussion zu laut geführt wird. „Checks gegen den Kopf sind zurzeit ein sensibles Thema im Eishockey.“ Sie sind es, seitdem es den momentan größten Star getroffen hat: Sidney Crosby. Erst jetzt hat der Kapitän der Pittsburgh Penguins das Training wieder aufgenommen, nachdem er sich von einer im Januar erlittenen Gehirnerschütterung sehr langsam erholt hat. Die National Hockey-League (NHL) will fortan schärfer gegen Kopfstöße vorgehen. Selbst Prügeleien auf dem Eis, bislang integraler Bestandteil des NHL-Eishockeys, sollen stärker bestraft werden als bisher.

Plachta hatte nach dem Check nicht weiterspielen können, er hatte eine Prellung am Kopf erlitten. Mannheim hatte daraufhin das Verfahren gegen Rankel beantragt, auf den Fernsehbildern ist einwandfrei zu erkennen, dass der Berliner das Foul beging. Manager Lee sagt, er hoffe, dass nun auch bei den Berliner Gegnern ähnlich sensibel gepfiffen werden. „Vergangene Saison hatten fünf Spieler bei uns eine Gehirnerschütterung, aber nur einmal bekamen die Gegner eine größere Strafe dafür.“ Tatsächlich können sich die Eisbären weitere Ausfälle kaum leisten. In Ingolstadt fehlten neben Rankel auch Stürmer Florian Busch (Fieber) und Verteidiger Frank Hördler (Schulterverletzung), dazu kamen noch die nach Bänderrissen lange verletzten Denis Pederson und Domink Bielke.

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