Eisbären bei der European Trophy : Kaltstart mit Blamagen

Mit zwei Niederlagen zum Auftakt haben die Eisbären wohl ihre Chance aufs Weiterkommen verspielt. Was bringt dem Meister die European Trophy?

von

Berlin - Wenn das Aufwärmprogramm fehlt, kann das im Profisport zu unschönen Verletzungen führen. Kein Fußballer würde daher erst mit Spielbeginn Kontakt mit dem Rasen aufnehmen. Ohne Warmlaufen kann vieles daneben gehen, das mussten die Eisbären nun in Schweden erfahren. Nur wenige Tage im Training war der deutsche Eishockeymeister, da setzte es zum Auftakt der European Trophy in Göteborg ein 0:6. Sonnabend, beim 3:4 gegen Färjestad, verspielten die Berliner wohl ihre Chance auf das Weiterkommen.

Die Schweden seien eben „schon länger im Training“, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich in der Vorbereitung Mannschaften treffen, die auf unterschiedlichem Stand sind, was Fitness und Fortschritte betrifft. Ungewöhnlich ist an der vergangenen Saison der ins Leben gerufenen European Trophy, dass sie als Europapokalturnier vor der Saison stattfindet. 24 Teams aus sechs Nationen balgen um den Einzug in die Finalrunde, die diesmal im Dezember stattfindet. Den Schweizern und Norwegern ist das Aufwärmprogramm mit mindestens acht Spielen pro Team zu viel, sie machen nun nicht mehr mit. Und die russische Liga, die will nach einem diffizilen Rechtsstreit um die selige Champions League keiner. Also spielt halb Europa um einen Titel mit mittelmäßigem Wert. Aber natürlich verteidigt Manager Lee das Turnier, schließlich haben es die Eisbären vergangene Saison gewonnen. „Da werden die Spieler richtig gefordert“, sagt er. „Da gibt es kein Sommerhockey.“ Und es gibt ein wenig Geld dank des Turniersponsors aus Salzburg. „Sonst kostet uns die Vorbereitung auf die Saison nur“, sagt Lee. Diesmal haben die Eisbären am Freitag gegen Salzburg sogar ein interessantes Heimspiel im Programm. Schließlich werden die Salzburger vom ehemaligen Berliner Coach Pierre Pagé betreut. Da seien Emotionen im Spiel, die es in einem Test gegen Wolfsburg nicht geben würde, sagt Lee. Das Verletzungsrisiko für die Spieler ist allerdings auch höher als in Tests gegen Wolfsburg.

Die Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) startet für die Eisbären erst am 16. September mit dem Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers. Die Franken sehen dem vorsaisonalen Kraftakt ihres ersten Gegners unaufgeregt zu. Ihr Manager Lorenz Funk junior sagt: „Wenn man einen großen Kader wie die Berliner hat, kann man so ein Turnier spielen. Mit einem kleinen Kader wäre es zu gefährlich.“ Allerdings, glaubt Funk, könnten sich die Eisbären auf „eine andere Formkurve“ einstellen als ihre Konkurrenz. Soll heißen, die Berliner könnten zum DEL-Start erschöpft sein. Muss nicht schlimm sein. Vergangene Saison hat den Berlinern ihr Fehlstart nicht geschadet.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben