• Eisbären Berlin besiegen Straubing 3:1: Jamie MacQueen - der Verschmähte schlägt zurück

Eisbären Berlin besiegen Straubing 3:1 : Jamie MacQueen - der Verschmähte schlägt zurück

Zuletzt saß Jamie MacQueen bei den Eisbären draußen – beim 3:1 gegen Straubing in den Pre-Play-offs wird der Kanadier zum Matchwinner.

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Doppelt trifft sich’s besser. Jamie MacQueen (rechts) erzielte gleich zwei Treffer für die Berliner.
Doppelt trifft sich’s besser. Jamie MacQueen (rechts) erzielte gleich zwei Treffer für die Berliner.Foto: dpa

Jamie MacQueen durfte spielen, schießen und siegen. Gleich zwei Mal traf der Kanadier in Diensten der Eisbären Berlin am Mittwoch in der Arena am Ostbahnhof. Und damit entschied der 28-Jährige, den Trainer Uwe Krupp vor ein paar Tagen noch aus dem Aufgebot gestrichen hatte, das erste Pre-Play-off-Spiel der Eisbären gegen die Straubing Tigers. Die Berliner siegten 3:1 (1:0, 0:1, 2:0) gegen die Bayern in der nach dem Modus „Best of three“ ausgetragenen Serie und sind somit nur noch einen Sieg von der Teilnahme an der Viertelfinalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft entfernt.

Schon die Wortkonstruktion ist ja nicht schön. „Pre-Play-offs“ – das klingt nach noch nicht so richtig dabei. Stimmt ja auch, die Qualifikationsrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bietet Spiele der Mannschaften von Platz sieben bis zehn, die in den 52 Spielen zuvor nicht immer ihre Fans verwöhnt haben. Und dass ein Spiel gegen die Straubing Tigers für die Eisbären derart wichtig sein könnte wie das an diesem Freitag, davon hatte bei den Berlinern vor Saisonbeginn wohl niemand geträumt.

Angesprochen auf seine ruhmreiche Vergangenheit als Eishockeyprofi hat Krupp einmal gesagt: „An einem Dienstagabend in Straubing hilft mir das wenig, dass ich irgendwann mal ein entscheidendes Tor in Nordamerika geschossen habe.“ Das ist wohl so, aber zumindest kann der Trainer der Eisbären viele Erfahrungswerte mitgeben aus seiner erfolgreichen Zeit als Spieler – auch an einem Mittwochabend in Berlin gegen Straubing. Was die Aufstellung betraf, schien Krupp gegen die Bayern vieles richtig gemacht zu haben. Es war wohl eine weise Entscheidung, den die ganze Saison völlig neben der Spur spielenen Barry Tallackson im bislang wichtigsten Spiel der Saison auf die Tribüne zu setzen.

Die Zuschauerkulisse bedeutet Minus-Rekord

Fast 32 Spielminuten lang machten die Berliner vieles gut. Sie waren aggressiv vor dem gegnerischen Tor, und die Fehler in der Defensive waren Nebensache, weil Torwart Petri Vehanen herausragend parierte. Das Überzahlspiel der Eisbären war tadellos, ihm entsprang auch der verdiente Führungstreffer durch MacQueen. Er hatte noch am Freitag als überzähliger Stürmer dort gesessen, wo Tallackson nun gegen Straubing saß.

Im zweiten Drittel überstanden die Berliner eine 3:5-Unterzahl, weil sie so gut standen im eigenen Drittel. Aber wie das eben oft so ist in solchen Spielen: Eine einzige Unachtsamkeit kann eine gesamte Mannschaft zum Wackeln bringen. Nie und nimmer hätte Sean Sullivan in der 32. Spielminute so frei vor Vehanen zum Schuss kommen dürfen. Der US- Amerikaner nutzte die Freiheit und ließ dem überraschten Vehanen keine Chance. Aber die Eisbären kämpften sich zurück, nach schöner Vorarbeit von Laurin Braun arbeitete MacQueen den Puck neun Minuten vor Schluss ins Tor – Straubing war geschlagen. Marcel Noebels traf drei Sekunden vor Schluss noch zum 3:1.

Nicht so schön war die mit 9617 Zuschauern für Eisbären-Verhältnisse schmale Kulisse, sie bedeutete sogar Minusrekord in der Arena am Ostbahnhof in einem Spiel der DEL. Aber solche Spiele leben eben mit dem schlechten Ruf, dass in der Hauptrunde nicht überzeugende Teams noch über die Hintertür in die richtigen Play-offs wollen, in denen etwa ein Tabellenneunter (wie Straubing) oder gar Tabellenzehnter (Bremerhaven, am Mittwoch Sieger in Ingolstadt) nichts zu suchen haben. Wie dem auch sei: Am Freitag haben die Eisbären nun mit einem Sieg beim Spiel in Straubing schon die Chance, in die richtigen Play-offs aufzusteigen. In dem Fall wäre die Saison der Berliner dann keine ganz schlechte mehr.

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