Sport : Eisbären Berlin: Elf neue Spieler und ein Stürmer kommt noch

Claus Vetter

Uli Egen hat es nicht leicht. Da hat die Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) noch gar nicht angefangen und schon muss sich der Trainer des EHC Eisbären rechtfertigen. Schließlich waren da doch ein paar recht mäßige Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen erzielt worden. "Wer uns jetzt vorwirft", sagt Egen, "dass wir eine schlechte Einkaufspolitik betrieben haben, der liegt falsch. Manager Peter John Lee und ich haben all unsere Wunschspieler bekommen."

Da verteidigt sich jemand, bevor er überhaupt angegriffen wurde. Sicher, der letzte Platz bei einem Turnier in Belfast in der vergangenen Woche, das war nun wahrlich keine Ruhmestat vom EHC. Aber wen interessiert das schon ernsthaft? "Wenn es nur nach den Ergebnissen in der Vorbereitung geht", sagt Egen, "dann sind in dieser Saison Augsburg und Schwenningen die Favoriten, denn die haben bisher alles gewonnen." Der Gag kommt bei seinen Zuhöreren an, und die Gesichtszüge des Trainers lockern sich sogleich ein wenig. "Ich muss ja mit der Mannschaft nicht Erster werden", sagt er, "wir wollen die Play-offs erreichen und dafür haben wir 60 Spiele Zeit." Mit einer Mannschaft, die noch so keiner so recht einzuschätzen weiß.

Elf neue Spieler haben die Eisbären verpflichtet, vorwiegend aus Nordamerika. Einen kanadischen Stürmer wollen die Berliner sogar noch dazuholen. Eine Einkaufstour am internationalen Trend vorbei? Schließlich heißen die Nationen, die weltweit im Eishockey die Vormachtstellung haben, nicht mehr Kanada oder USA. "Nein, nein", sagt Egen, "die richtig guten Spieler aus Schweden, Tschechien oder Finnland bekommen wir doch nicht. Die sind für uns unbezahlbar."

Dann ist aber auch schon genug philosophiert über das, was man alles hätte besser machen können. Spätestens in einer Woche sind alle sowieso schlauer, sagt Egen. Zum Saisonauftakt reisen die Eisbären am kommenden Freitag nach Frankfurt, am Sonntag darauf steht im Sportforum Hohenschönhausen das erste Berliner Derby auf dem Programm. Über den Lokalkonkurrenten redet man bei den Eisbären momentan übrigens nicht so gern. Immerhin, nun kommt es zum Spiel gegen die Capitals, und Egen wird seinen neuen Spielern in seinem Team noch erklären, "welche Bedeutung das Derby für die Stadt hat." Den Fans muss niemand etwas erklären. Am Montag gehen die letzten 1000 Tickets für das erste Heimspiel des EHC in den Verkauf. Die Popularität der Eisbären ist eben ungebrochen, und das obwohl zuletzt zweimal die Play-offs verpasst wurden. Rund 1300 Dauerkarten hat der EHC schon abgesetzt, verglichen mit den Kölner Haien (5200) eine bescheidene Marke, aber in Hohenschönhausen ist das Rekord.

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