Eisbären Berlin : Jeff Friesen: Ein Gast aus der NHL

Jeff Friesen will sich mit einem Probetraining bei den Eisbären für einen Vertrag empfehlen. Der Kanadier hat schon 977 Spiele in der NHL bestritten, zuletzt aber nicht professionell Eishockey gespielt.

Katrin Schulze
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Neuer Stürmer? Jeff Friesen testest bei den Eisbären.Foto: promo

Die guten Kontakte nach Nordamerika sind bei den Eisbären Berlin ein quasi hausgemachter Luxus. In erster Linie bringen sie Don Jackson und Peter John Lee mit: Beide waren einst äußerst erfolgreich in der besten Eishockey-Liga der Welt, der nordamerikanischen Profiliga NHL, unterwegs. Doch weder Manager noch Trainer der Berliner sind für den jüngsten Coup im Hause des Deutsches Meisters verantwortlich, sondern Marco Sturm. Der deutsche Angreifer in Diensten der Boston Bruins vermittelte den Kontakt zu Jeff Friesen, der bei den Eisbären zurzeit ein Probetraining absolviert, um sich für ein längerfristiges Engagement zu empfehlen.

„Marco hat mich angerufen und gefragt, ob wir ihn nicht zu einem Test einladen wollen“, sagt Eisbären-Manager Lee. Die Berliner wollten. Und werden mit Friesen nun gesamte Vorbereitung bestreiten. Also auch die Turniere am kommenden Wochenende in Dresden und ab 18. August in der Schweiz. Friesens Bewerbungsmappe klingt dabei durchaus vielversprechend – auf den ersten Blick jedenfalls. Einen Erfahrungsschatz von ganzen 977 NHL-Spielen bringt der 33 Jahre alte Kanadier aus der Provinz Saskatchewan mit nach Berlin. Bei fünf Klubs aus der nordamerikanischen Profiliga war er schon tätig – unter anderem bei den San Jose Sharks, dem ehemaligen Verein von Sturm.

Was einen so renommierten Spieler zu den Eisbären nach Deutschland treibt? Die Sehnsucht nach großem Eishockey. Denn in den vergangenen beiden Jahren war Friesen „überhaupt nicht im Profibereich tätig“, sagt Lee. „Deshalb müssen wir erst einmal sehen, wie er sich macht.“ Mit dem ersten Eindruck dürfte Friesens potenzieller neuer Arbeitgeber allerdings schon zufrieden gewesen sein: Bei einem kleinen Übungsturnier schoss der Kanadier gestern immerhin ein Tor und gab vier Vorlagen.

Dass die Berliner dem Stürmer dennoch so viel Anlauf- und sich selbst Bedenkzeit geben, liegt an ihrer sorgfältigen Personalplanung. Während viele Liga-Konkurrenten oft überhastig vermeintliche Stars aus dem Ausland importieren, setzen die Eisbären auf eine harmonische Zusammensetzung des Teams. Fremd ist ihnen der hochkarätige Gast aus Nordamerika aber nicht: Der Manager kennt ihn noch aus seiner Zeit in der NHL. „Von seiner Erfahrung auf hohem Niveau können wir profitieren“, sagt Peter John Lee. Ob er Jeff Friesen aber wirklich verpflichten wird, „ist noch vollkommen offen“.

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