Eisbären Berlin : Sehnsucht nach Straubing

Die Eisbären treten am Freitag bei den Straubing Tigers an. Ein Spiel mit besonderem Wert - nicht nur, weil die Berliner seit über 140 Minuten das Tor nicht mehr getroffen haben.

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Und dann auch noch Straubing. Als hätten die Eisbären im Augenblick nicht schon genug Sorgen, müssen sie nun obendrein ins tiefste Bayern zum ortsansässigen Eishockeyverein reisen. Es gab Zeiten, da war eine Auswärtsfahrt zu den Straubing Tigers für die Berliner nicht mehr als ein reine Pflichterfüllung – nichts besonderes, eher Kategorie grauer Ligaalltag. Heute allerdings zählt die Partie am Freitag (19.30 Uhr) nicht nur für Stürmer Denis Pederson zu den „großen“ einer langen Saison. Immerhin hätte seine Mannschaft beide Heimspiele der laufen Spielzeit gegen diese Straubinger verloren und möchte nun gerne beweisen, dass sie es besser kann.

Die Sache mit Straubing ist ein wenig typisch für die bisherige Saison der Eisbären, in der sie ihren eigenen hohen Ansprüchen oft nur hinterherhechelten. In all den fünf Jahren, die der Klub aus Bayern nun schon in der Deutschen Eishockey-Liga verbringt, hatten die Berliner zuvor nicht ein einziges Spiel vor heimischer Kulisse gegen die Tigers verloren. Und weil es diesmal gleich zwei Niederlagen gab, scheint es umso wichtiger, dass die Eisbären trotz des Ausfalls von sechs Stammspielern (Derrick Walser, André Rankel, Sven Felski, Patrick Pohl, Rob Zepp und Steve Walker) in Straubing gewinnen. "Wir müssen drei Punkte holen und mindestens ein Tor schießen“, sagt der Berliner Trainer Don Jackson.

Ein Tor schießen – das klingt einfacher als es sich in Wirklichkeit darstellt. Insgesamt wartet Jacksons Team mittlerweile über 140 Minuten auf einen eigenen Treffer, also eine halbe Ewigkeit für Eishockey-Verhältnisse. Während Don Jackson in diesem Zusammenhang sogar von einem regelrechten „Mysterium“ spricht, haben seine Spieler weltlichere Erklärungen parat. „Wir hatten viele verletzte Spieler, mussten die Reihen immer wieder umstellen und waren dadurch vielleicht auch ein bisschen verunsichert“, sagt Pederson. Und ein bisschen Pech komme selbstverständlich auch noch dazu.

Damit sich das bis zum Freitagabend ändert, fordert der Trainer die Besinnung auf die Primärtugenden: Kampfgeist, einfaches Spiel und Laufbereitschaft. Also all das, was sonst immer das Team aus Straubing ausgezeichnet hat.

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