Eisbären Berlin : Trainer Uwe Krupp will keine „taktische Überdosis“

Bisher haben die Eisbären unter Neu-Trainer Uwe Krupp vor allem viel gespielt, in der kommenden Woche bleibt bei nur einem Spiel erstmals auch Zeit zum Trainieren.

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Eisbären-Trainer Uwe Krupp hat sich in seiner Anfangszeit bei den Eisbären vor allem viele Notizen gemacht, denn trainieren konnte er sein neues Team bisher kaum.
Eisbären-Trainer Uwe Krupp hat sich in seiner Anfangszeit bei den Eisbären vor allem viele Notizen gemacht, denn trainieren konnte...Foto: dpa

Es war nicht so einfach für die Spieler der Eisbären Berlin, ihren neuen Trainer in den ersten Wochen von allen Seiten kennen zu lernen. Nach seinem Amtsantritt vor gut einem Monat hatte Uwe Krupp fast im Zwei-Tage-Rhythmus mit seiner neuen Mannschaft ein Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) machen müssen. Da ließ sich abseits des Ernstfalls kaum verbessern, weil kaum trainiert werden konnte. Aber offensichtlich hat der Trainer seine Mannschaft gut kennengelernt, denn nun, da der Spielrhythmus weniger straff ist und mehr Zeit zum Trainieren bleibt, beackert Krupp im Training Defizite: Fitness und taktische Disziplin.

„Taktisch läuft es jetzt schon sehr gut“, sagt Krupp. „Die Spieler nehmen viele Sachen an, die wir besprechen.“ Natürlich, perfekt sei noch nicht alles – das Verhalten im eigenen Drittel oder das Spiel Fünf gegen Fünf. Aber nicht zu viel auf einmal, sagt Krupp. Da bestehe die Gefahr einer „taktischen Überdosis“. Offensichtlich ist der Punkt Athletiktraining vor dem Eistraining für Krupp zurzeit eminent wichtig, es lässt sich am Wochenplan der Eisbären ablesen. Dass dies etwas mit der Verfassung der Mannschaft zu tun habe, in der er sie von seinem Vorgänger Jeff Tomlinson bekommen habe, streitet Krupp ab. „Der Fitnesszustand der Mannschaft ist gut. Was uns noch fehlt, sind ein, zwei momentan Verletzte, um die Intensität etwas erhöhen zu können.“ Das intensive Training bezeichnet der Trainer als „unterstützende Maßnahme“. Zeit für einen Laktattest bei den Spielern war bisher nicht. „Da stützen wir uns noch auf Ergebnisse aus der Vergangenheit.“

In einigen der ersten Auswärtsspielen unter Krupp war es evident, dass dem Team im letzten Drittel die Luft ausging – zuletzt beim 4:6 in Mannheim. Beim 4:1 bei den Hamburg Freezers, aufgrund vieler Verletzter aber kaum Maßstab, gelang dagegen ein Endspurt, der die Berliner vor ihrem Spiel am Freitag in Straubing (Beginn 19.30 Uhr) in eine gute Position bringt. Mit einem Sieg kämen sie der direkten Qualifikation für die Play-offs zehn Spieltage vor Ende der Hauptrunde ganz nahe. Aber das interessiert Krupp nicht mehr: „Wir sind Fünfter und schauen nur nach oben.“ Das Heimrecht in den Play-offs soll es sein. Wie sich die Ansprüche bei den Eisbären in einem Monat geändert haben: Unter Tomlinson ging es nur darum, die Saison über die Hauptrunde auszudehnen.

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