Eisbären Berlin : Zu Hause in Europa

Die Eisbären Berlin überraschen bei der Finalrunde der European Trophy mit einer starken Leistung - und freuen sich über schönes Ambiente.

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Das Team ist der Star. Die Eisbären gratulieren Constantin Braun und seinen Assistenten Jim Sharrow und Jeff Friesen zum Torerfolg gegen TPS Turku.
Das Team ist der Star. Die Eisbären gratulieren Constantin Braun und seinen Assistenten Jim Sharrow und Jeff Friesen zum Torerfolg...Foto: promo

Berlin - Viel mehr Idylle geht nicht. Wenn die Spieler des EHC Eisbären aus dem Fenster ihres Hotels schauen, dann blicken sie auf die schneebedeckten Schieferalpen in der Ferne und über das sattgrüne Salzachtal, in dem sie an diesem Wochenende zu Besuch sind; der Zeller See liegt quasi vor ihrer Haustür. Entsprechend gut läuft es auf dem Eis bei der prominent besetzten European Trophy. Nach dem 4:1 am Freitag über den finnischen Meister TPS Turku gewannen die Berliner am Samstag in Zell am See auch das Halbfinale deutlich mit 5:1 (0:0, 2:1, 3:0) über den SC Bern. Damit stehen die Eisbären heute im Endspiel gegen den Sieger des zweiten Halbfinales zwischen Färjestads BK und HV 71 Jönköping (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet).

Vor gar nicht allzu langer Zeit ist Don Jackson noch belächelt worden, als er die Behauptung aufstellte, dass er eines der besten Teams Europas trainiere und dieses zum allerbesten des Kontinents machen wolle. Nun ist man besser beraten, Jackson ernst zu nehmen. Der SC Bern bekam es zu spüren. Vor 1200 Zuschauern neutralisierten sich beide Mannschaften lange. Das erste Tor schossen die Eisbären, als Stefan Ustorf nach 77 Sekunden im zweiten Drittel ein Überzahlspiel nutzte. Bern kam zwar fünf Minuten später durch Brett McLean zum Ausgleich, aber darauf hatten die Eisbären eine perfekte Antwort, nämlich das 2:1 durch Richie Regehr. Die Entscheidung fiel im Schlussdrittel, durch drei Tore binnen115 Sekunden. Zweimal traf André Rankel, einmal noch Stefan Ustorf, und damit war das Spiel gelaufen.

Für die Eisbären ist es auf internationaler Ebene der größte Erfolg seit dem dritten Platz in der Europaliga vor zwölf Jahren. Die neue European Trophy stellt Manager Peter John Lee in den Rang einer „Mini-WM“, auch wenn die starken russischen Mannschaften nicht mitspielten. Seine eigene Mannschaft bezeichnet er angesichts der Leistungen im Rahmen des Turniers als „eine absolute europäische Topmannschaft“.

Klar, dass Lee so spricht, schließlich forciert der Berliner Manager schon lange internationale Vergleich im Eishockey. Doch der Auftritt seiner Eisbären lässt für ihn auch generellere Schlüsse zu. „Man redet ja immer viel über die DEL“, sagt der 54 Jahre alte Kanadier. „Aber dabei wird leicht übersehen, wie stark die deutsche Liga eigentlich ist.“ Gute Gegner in der Deutschen Eishockey-Liga, gute Ergebnisse in Europa. So lautet seine Formel.

Da verwundert es auch nicht, dass sich die Berliner Spieler nach ihrem Erfolg über die Finnen am Freitagabend beim Manager erstmal die aktuellen Resultate des ersten DEL-Spieltags einholten. Im Hotel durchforsteten sie die Fernseher und Laptops später nach weiteren Informationen über ihre künftigen Gegner. Offenbar gab es in Österreich dann doch Wichtigeres als die bildhübsche Landschaft.

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