Eisbären Berlin : Zum Sieg gekämpft

Obwohl die Eisbären lange mit nur vier Verteidigern auskommen müssen, kämpfen sie sich vor 13.000 Zuschauern zu einem 1:0 gegen den EHC Wolfsburg. Damit ist das Fünf-Punkte-Wochenende für die Berliner perfekt.

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Nicht immer schön. Aber hart umkämpft war das Spiel gegen Wolfsburg.
Nicht immer schön. Aber hart umkämpft war das Spiel gegen Wolfsburg.Foto: Imago

Die Eisbären haben am Sonntag auch ihr zweites Spiel an diesem Wochenende gewonnen. Nach dem Auswärtssieg in Hamburg am Freitag schlugen sie am Sonntagnachmittag den EHC Wolfsburg vor 12.960 Zuschauern in der heimischen Arena am Ostbahnhof mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0). Wie schon gegen Hamburg zeigten die Berliner eine kämpferisch tadellose Leistung und verteidigten die frühe Führung, obwohl sie lange mit nur vier Verteidigern auskommen mussten. Ob die beiden Siege in Serie aber die Wende zum Besseren in einer bislang enttäuschenden Saison bedeuten könnten, ließ sich nach dem Spiel nicht absehen. Zu sehr war das hektische Spiel von zahlreichen Zeitstrafen auf beiden Seiten geprägt. So dürfte erst das schon am Dienstag bevorstehende Auswärtsspiel in Düsseldorf wirklich Aufschluss darüber geben, ob die Eisbären wirklich eine einen nachhaltigen Aufwärtstrend gestartet haben.

Zu umständliches Spiel seiner Mannschaft hatte Trainer Jeff Tomlinson in den vergangenen Wochen als Ursache der zahlreichen Niederlagen ausgemacht. Gleich in der ersten Minute zeigten seine Spieler, dass sie auch anders können. Mit einer schnellen Direktkombination überraschten sie die aufgerückten Wolfsburger, Antti Miettinen überwand nach fünfundzwanzig Sekunden Gästetorhüter Sebastian Vogl im Alleingang. Der Tabellendritte aus Niedersachsen zeigte sich beeindruckt, die Eisbären hatten Chance ihre Führung auszubauen. Erst in den letzten Minuten vor der Drittelpause geriet die Berliner Abwehr unter Druck – und zeigte prompt die ersten Unsicherheiten.

Kurz vor der Sirene geriet das Spiel dann völlig aus der Balance: Kapitän Frank Hördler erhielt wegen Beinstellens mit Verletzungsfolge eine Spieldauerdisziplinarstrafe – die Eisbären hatten nun nur noch vier Verteidiger zur Verfügung, weil Henry Haase sich schon beim Aufwärmen verletzt hatte. Die Entscheidung sorgte für Aufruhr auf der Bank der Berliner: Die wütenden Proteste von Trainer Tomlinson quittierten die Schiedsrichter mit einer weiteren Zeitstrafe. Die Eisbären mussten nun fünf Minuten in Unterzahl, davon zwei mit nur drei Spielern, überstehen. Als sie das mit großem Einsatz und dank starker Paraden ihres Torhüters Petri Vehanen nach den ersten Minuten des zweiten Drittels geschafft hatten, entlud sich die aufgeheizte Stimmung der Fans in einem Erleichterungsschrei, der noch deutlich leidenschaftlicher ausfiel als der Torjubel in der ersten Minute. Auch danach sorgten zahlreiche Strafzeiten dafür, dass das Spiel immer mehr an Struktur verlor. In der Endphase des zweiten Drittels hatten die Gastgeber dann sogar ihrerseits die Chance, fünf Minuten in Überzahl und davon zwei Minuten mit Fünf-gegen-drei zu spielen. Aber wie kurz zuvor die Wolfsburger agierten sie dabei zu nervös und umständlich, ein zweites Tor gelang nicht.

Auch die anschließende Drittelpause sorgte nicht dafür, dass eine der Mannschaften wieder zu ihrer taktischen Ordnung zurückfinden konnte. Beide versuchten, zu attackieren, agierten aber zu hektisch. Die zahlreichen Chancen resultierten vor allem aus Abwehrfehlern. Einzig die beiden starken Keeper Vehanen und Vogl verhinderten weitere Tore. Und dann hatten die Gastgeber auch noch großes Glück: In der Schlussminute traf Wolfsburgs Christoph Höhenleitner die Unterkante der Latte, der Puck sprang nur Zentimeter vor der Torlinie auf. 

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