Sport : Eisbären brechen die Stille 8:2-Sieg gegen Hannover versöhnt die Fans

Katrin Schulze

Berlin - Auf den Rängen des Wellblechpalastes war es still. Zumindest in den ersten drei Spielminuten hörte man gestern im Rund des Sportforums – nichts. Grund für die ungewöhnliche Ruhe auf den Tribünen war ein Protest der Berliner Anhänger. Hinter dem Plakat mit der Aufschrift „Stille statt Emotion. Ist das die Zukunft des Eishockeys?“ schwiegen die Fans beim Spiel ihrer Mannschaft gegen die Hannover Scorpions, da sie sich angesichts des anstehenden Umzugs der Eisbären in die Arena am Ostbahnhof nicht ernst genommen fühlen. Sie fordern unter anderem mehr als die geplanten 2000 Stehplätze in der neuen Halle. Von der anfänglich schlechten Stimmung ließen sich die Eisbären jedoch nicht anstecken: Sie besiegten Hannover im Spiel der Deutschen Eishockey-Liga 8:2 (3:1, 2:0, 3:1).

Ins Konzept der gewollten Stille passte es da zunächst nicht, dass der erste Berliner Treffer bereits in der zweiten Minute fiel – Florian Busch traf vor 5000 Zuschauern zum 1:0. Dann spielte die Mannschaft von Don Jackson munter nach vorne und wurde erst durch den ersten Torschuss der Scorpions an ihrem Offensivdrang gehindert, es war das 1:1 durch Eric Schneider. Doch das minderte die Spiellust der Berliner nicht. Im Gegenteil: Sven Felski traf noch im ersten Abschnitt gleich zweimal. Eine Überzahlsituation und ein Penalty brachten den Eisbären die 3:1-Führung. Was anfangs nach einer spannenden Begegnung aussah, entwickelte sich nach und nach zum Debakel für die Hannoveraner.

Sichtlich geschwächt von sechs Ausfällen mussten die Niedersachsen im zweiten Drittel Tore von Stefan Ustorf und Busch hinnehmen. Statt mit gewohnter Disziplin fielen die Spieler vom ehemaligen Bundestrainer Hans Zach mit unnötigen Fouls auf. Es passte ins Bild, dass die Scorpions nicht nur ihren unglücklich agierenden Torwart Alexander Jung gegen Ersatzmann Martin Morczinietz austauschten, sondern auch mit einem Penalty nichts anzufangen wussten. Die Eisbären hingegen konnten die von Jackson geforderte „Verbesserung der Defensivarbeit“ umsetzen, woran der gute Torwart Youri Ziffzer maßgeblichen Anteil hatte. Und nach vorn lief es auch: Im Schlussdrittel erhöhten Nathan Robinson und Busch auf 7:1. Für Hannover traf nochmals Schneider, und das letzte Tor der Partie schoss Ustorf zum 8:2.

Es schien, als hätten die Eisbären ihre Anhänger mit dem klaren Sieg versöhnt, denn am Ende fanden die Fans des Tabellenzweiten wieder zu ihrer gewohnten Lautstärke zurück.

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