Eisbären : Die Defensive in der Defensive

Vier Spiele und noch kein Tor der Verteidiger: Trotz des guten Saisonstarts mit drei Siegen sieht Don Jackson bei seinem Defensivpersonal noch Luft nach oben. Der Eisbären-Trainer sagt, seine Verteidiger seien "zu langsam".

Claus Vetter
Eisbären Berlin - ERC Ingolstadt
Der ehemalige Frankfurter. Eisbären-Verteidiger Richie Regehr (links).Foto: dpa

Es gibt an sich nicht viel zu monieren bei den Eisbären. Drei Siege in vier Saisonspielen – spätestens nach dem 3:1 gegen Nürnberg am Sonntag lässt sich feststellen, dass der Saisonstart des Meisters der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) geglückt ist. Aber Don Jackson ist eben ein Trainer mit höchsten Ansprüchen, kein Wunder also, dass er sich auch im Erfolg für die Schwachstellen seiner Mannschaft interessiert. Ein Manko bei den Eisbären ist dabei laut Trainer die Verteidiger. „Unsere Verteidiger sind zu langsam“, schimpfte Jackson gar. Sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht sei das der Fall. „Und ein Verteidigertor wäre auch mal nicht schlecht.“

Ein Blick auf die Statistik untermauert des Trainers Erkenntnisse. Nicht eines der bisher zwölf im Spiel erzielten Tore stammt von einem Verteidiger. Vergangene Saison lag der Anteil an Verteidigertoren bei den Eisbären in der Hauptrunde noch über 25 Prozent. Da allerdings hatten die Eisbären auch noch mit Deron Quint einen ausgewiesenen Offensivexperten, allein in der Hauptrunde traf der inzwischen in Russland sein Geld verdienende US-Amerikaner 16 Mal.

Adäquat ersetzt haben die Eisbären Quint anscheinend nicht: Sein agiler Landsmann Marvin Degon ist zwar äußerst bemüht, „will aber zu sehr sein erstes Tor erzwingen“, hat Jackson beobachtet. Und Derrick Walser, nach drei Jahren zu den Eisbären zurückgekehrt, fehlt es ob eines gewaltigen Trainingsrückstandes noch an Schnelligkeit. Auffällig ist zudem, dass es bei den Herren Andy Roach (vergangene Hauptrunde 13 Tore) und Richie Regehr (15 Tore) auch noch nicht so richtig rund läuft.

Erklärungen der Spieler? Derrick Walser sagt: „Wenn ein Team so hart arbeitet wie Nürnberg, dann kann man von uns Verteidigern auch nicht viel in der Offensive verlangen. Da hatten wir genug vor dem eigenen Tor zu tun.“ Tatsächlich spielten die Eisbären zuletzt eher Ergebnis orientiert als begeisternd – was allerdings auch daran gelegen haben mag, dass aus der eigenen Zone selten ein guter Pass nach vorne kam. Allerdings sind das trotzdem alles Luxusprobleme eines Trainers mit höchsten Ansprüchen: Nach vier Spieltagen stehen die Eisbären auf Platz zwei. Und vielleicht klappt es mit dem ersten Verteidigertor am Donnerstag in Wolfsburg – besonders Marvin Degon sollte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber da motiviert sein.

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