Sport : Eisbären: Eingespielt erfolgreich

Claus Vetter

Nürnberg - Jede Sportart hat so ihre eigene Idiome. So spricht man im Eishockey zum Beispiel gern davon, dass „die Scheibe gut läuft“, wenn es bei einer Mannschaft etwa im Überzahlspiel, mit dem Passspiel besonders gut funktioniert – so wie in den ersten beiden Spielen der noch jungen Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Berliner Eisbären. Da lief die Scheibe sogar außerordentlich gut, bei den beiden Siegen in Köln (2:1) und am Sonntag in Nürnberg (4:2). Vier Tore haben die Eisbären schon im Powerplay erzielt, am Sonntag stellte Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann schulterzuckend fest: „Berlin hat ein ausgezeichnetes Powerplay, was soll man dagegen machen?“

Zum Anfang der Saison jedenfalls fühlen sich die Gegner wohl noch überrumpelt von den Berlinern, die ihre großen Vorteile ausspielen: Der Deutsche Meister aus Berlin hat eine funktionierende Mannschaft, mit erfahrenem Stammpersonal und mit jungen Spielern, die in Berlin erwachsen geworden sind. Im Vergleich zur Vorsaison haben die Eisbären mit Verteidiger Richie Regehr bisher nur einen neuen Spieler eingesetzt. Dabei ist es nicht mal so, dass Trainer Don Jackson bei der Zusammensetzung seiner Überzahlformationen nicht noch herumprobieren würde. „Aber die Spieler kennen sich untereinander eben sehr gut“, sagt der Berliner Trainer. „Sie kennen ihre Fähigkeiten und sie wissen, was der Mitspieler macht.“

Auffällig war aber, dass die Eisbären im Spiel fünf gegen fünf Spieler in Nürnberg gar nicht mal so viele Torchancen herausarbeiten konnten. Jackson stört das allerdings nicht, er sagt: „Im Spiel fünf gegen fünf holen wir eben Überzahlsituationen heraus.“ In Nürnberg konnte sich der Berliner Gegner gegen die schnellen Eisbären oft nur mit Fouls helfen. Am Ende hatten die Franken allerdings nur vier Strafminuten mehr als die Eisbären, hatten allerdings nicht annähernd so viele gute Torchancen herausgespielt wie der Gegner aus Berlin. In Unterzahl überzeugen die Eisbären bisher nämlich auch – eben weil sie eingespielt sind. Claus Vetter

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