Eisbären empfangen Skelleftea in der CHL : Uwe Krupp: "Wir ziehen uns warm an"

Das Viertelfinale vor Augen, auch wenn es gegen schwedischen Vizemeister geht: Die Eisbären empfangen den AIK Skelleftea zum Hinspiel in der CHL.

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Im Anflug auf Berlin. Skelleftea-Altstar Jimmie Ericsson (links, im Liga-Spiel gegen Linköping).
Im Anflug auf Berlin. Skelleftea-Altstar Jimmie Ericsson (links, im Liga-Spiel gegen Linköping).Foto: Imago/Holgersson

Skelleftea, 33.000 Einwohner, Stadt in der schwedischen Provinz Västerbottens Iän, hat mit dem AIK einem Eishockeyklub, der seit einigen Jahren die nationale Liga dominiert. Zuletzt wurde das Team Zweiter in der Meisterschaft, davor zweimal Meister. Das dürfte natürlich eine Nummer zu groß sein für die Eisbären aus Berlin, mehr als 100 mal so viel Einwohner wie Skelleftea, aber Eishockey in Deutschland ist eben nicht Eishockey in Schweden. Alles andere als ein Vorrücken der Schweden ins Viertelfinale der Champions Hockey-League (CHL) wäre zwar keine erschütternde Sensation, aber eine Überraschung.  

Am Dienstag steigt das Hinspiel in Berlin, auf kleiner Bühne: Am Sonntag haben die Eisbären noch vor über 13.000 Zuschauern gegen Krefeld in der Liga gespielt und 0:4 verloren, am Dienstag wollen sie es vor gut 4000 Fans im Wellblechpalast (Beginn 19.00 Uhr) besser machen. „Wir werden auf allen Zylindern pumpen“, verspricht Trainer Uwe Krupp. Und sein Kapitän freut sich auf den Auftritt in der einstigen Spielstätte und heutigen Trainingshalle. „Wir sollten Krefeld einfach abhaken“, sagt André Rankel. „Die Schweden haben eine der besten Mannschaften Europas, wir spielen im Welli und der wird voll. Das wird viel Spaß machen.“

Spaß ist eine Sache, Verantwortung für den Auftritt der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine andere: Die Eisbären sind das letzte (von sechs) im Wettbewerb verbliebene Team aus der deutschen Liga, deren Vertreter sich schon wie im Premierenjahr der CHL in der Vorrunde auch diesmal wieder kräftig blamiert haben – Ingolstadt mit einer Niederlage in Schottland, Mannheim mit einer Niederlage in Weißrussland - aber aufgrund des neuen Modus doch eine Runde weiterrutschen.  Dort war dann für alle Feierabend – abgesehen von den Eisbären, die sich mit nur einem Sieg in vier Spielen in die K.o-Runde geschummelt hatten, dort dann aber gegen Stavanger ordentlich auftraten (3:0 und 3:3).

Die Schweden werden ein härterer Brocken als die Norweger

Aber das waren eben nur Norweger, die Schweden werden ein härterer Brocken. Und bitter ist für die Eisbären auch, dass die eigenen Fans das Projekt CHL weniger ernst nehmen. Nicht mal alle Dauerkartenbesitzer - und das sind mehr als 5000 bei den Eisbären - wollen am Dienstag kommen, dann wäre der Wellblechpalast (Fassungsvermögen 4695 Zuschauer) nämlich überfüllt. Der Rückzug in den Wellblechpalast nach dem Stavanger-Spiel ist sicher auch ein Rückschlag für die Bemühungen von Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee, den Wettbewerb CHL weiter nach vorn zu bringen.  

Die Schweden haben in dieser CHL-Saison noch nicht gegen ein DEL-Team gespielt. Aktuell rangiert Skelleftea nach 16 Spieltagen in der schwedischen genau wie die Eisbären in der DEL nach 16 Spieltagen auf dem zweiten Platz. Favorit sind die Schweden natürlich vor dem Hinspiel (das Rückspiel ist am Dienstag in einer Woche) trotzdem, auch wenn ihr Gegner aus Berlin keinen Respekt zeigt. Stürmer Darin Olver sagte am Sonntag zum Thema AIK Skelleftea: „Über die weiß ich gar nichts.“ Gängig dürfte den Menschen, die sich im deutschen Eishockey auskennen, der Name Hardy Nilsson sein, einst Trainer in Köln und Düsseldorf. Und auch die beiden berühmten Schweden Stieg Larsson (Journalist und Krimi-Autor) und Stig Larsson (Regisseur und Filmproduzent) sind in Skelleftea geboren.

Star des Teams von Skelleaftea ist aktuell der Finne Janne Pesonen. Er ist Topscorer der Mannschaft, in der auch Außen Terry Broadhurst stürmt. Der US-Amerikaner spielte in der American Hockey-League (AHL) schon mit dem ehemaligen Eisbären-Verteidiger Shawn Lalonde in einer Mannschaft. Der Liebling der Fans ist allerdings Jimmie Ericsson, in der Kleinstadt geboren, fast immer für den Klub aktiv und auch mit 35 Jahren ist der Weltmeister von 2013 noch Leistungsträger (siehe Foto).

Uwe Krupp war übrigens mit seinem Wissenstand über den nächsten Gegner am Sonntag schon weiter als Darin Olver. Muss er ja schließlich auch als Trainer.  Am Montag zähle allein die Vorbereitung auf Skelleftea, sagte Krupp. „Das was wir wissen ist, dass wir uns warm anziehen müssen. Es geht darum, dass wir uns gut verkaufen.“  

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