Eisbären : Gefeierter Kölzig

Der Gäste-Torwart Olaf Kölzig spielte für Deutschland und die Eisbären. Trotz eines 1:4 des EHC Eisbären gegen Tampa Bay Lightning aus der NHL.

Claus Vetter

Erst einmal ließen sie auf sich warten, die Eishockey-Millionäre aus Florida. Ihr Flugzeug aus Prag hatte Verspätung. Und nachdem die Profis von Tampa Bay Lightning dann 40 Minuten zu spät das Eis in der Arena am Ostbahnhof betraten, mussten sie feststellen, dass es sich für ein Team aus der National Hockey-League (NHL) in Berlin nicht so nebenbei gewinnen lässt. Die Eisbären wehrten sich gut gegen ein Team, das rund 50 Millionen Dollar teurer ist als ihres. Am Ende lautete das Verhältnis der Torschüsse sogar 35:32 für die Berliner, nach Toren verloren sie allerdings 1:4 (1:0, 0:2, 0:2).

Es war unterhaltsamer Nachmittag, auch weil die Berliner Fans gestern in so guter Form wie ihre Lieblinge im ersten Drittel waren. Als die NHL-Profis im zweiten Abschnitt Ernst machten und das verdiente Berliner Führungstor von Denis Pederson vergessen ließen, wurde es auf den Rängen lauter. „In Europa kennt euch keine Sau“, wurde dem Team aus den USA mitgeteilt und: „Ihr werdet nie Deutscher Meister.“ Verstanden hat das höchstens einer bei Tampa: Nationaltorwart Olaf Kölzig. Er wurde übrigens von den Anhängern als einziger von Tampas Spielern gefeiert, schließlich hat er vor drei Jahren schon mal eine halbe Saison für die Eisbären gespielt.

Für ein wenig Spannung im Spiel sorgte dann noch Eisbären-Trainer Don Jackson als er schon neun Minuten vor Schluss Torwart Rob Zepp zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. „Wir wollten eben gewinnen“, sagte Jackson. Am Ende verloren die Eisbären 1:4, weil Tampas Jason Ward den Puck noch einmal ins verwaiste Berliner Tor wurschtelte – und weil Kölzig überragend hielt, wie sein Team-Kollege Martin St. Louis fand: „Olaf hat im ersten Drittel Schlimmeres verhindert.“ Für Kölzig selbst war die Rückkehr nach Berlin ein emotionales Erlebnis. „Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagte er zum Abschied. „Schließlich habe ich lange für Deutschland und die Eisbären gespielt, da sind mir so einige Dinge durch den Kopf gegangen. Schön, dass die Eisbären nun die Halle haben, die sie verdient haben.“

Der Sinn oder Unsinn der Veranstaltung wurde aus Sicht der Eisbären allerdings nicht ganz klar. Ein Freundschaftsspiel mitten in der Saison? Jackson sagte: „Am Ende bin ich froh, dass sich niemand verletzt hat.“ Und Eisbären-Kapitän Stefan Ustorf fand: „Am Freitag geht es in der Liga weiter, nur das ist nun wichtig.“ So sieht es wohl auch das Berliner Publikum: Immerhin 11 800 Zuschauer kamen am Sonntag, zum Punktspiel am Freitag gegen Wolfsburg werden 14 200 Besucher erwartet – wenn es dann für die Eisbären nicht gegen Eishockey-Millionäre, sondern um drei Punkte geht.

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