Eisbären gegen Frankfurt : An der Spitze wird's eng

Der Tabellenführer aus Berlin tritt am Freitag bei den drittplatzierten Frankfurt Lions an. Das erste Spiel gegen Frankfurt verloren die Eisbären 2:6.

Katrin Schulze
Eisbären Berlin - ERC Ingolstadt
Der ehemalige Frankfurter. Eisbären-Verteidiger Richie Regehr (links).Foto: dpa

Das Eis war längst ramponiert und die Kollegen in der Kabine verschwunden, da arbeitete ein junger Mann im grünen Eishockeytrikot noch an der Präzision beim Abschluss. Schlagschuss um Schlagschuss donnerte Richie Regehr nach dem offiziellen Ende der Trainingseinheit am Donnerstagmorgen unermüdlich aufs Tor. Kein Zweifel: Der Verteidiger gehört zu den fleißigsten Profis der Eisbären, aber vielleicht war er diesmal noch ein bisschen eifriger als sonst. Immerhin spielt er mit den Berlinern am Freitag gegen seinen ehemaligen Klub aus Frankfurt (Beginn 19.30 Uhr). „Ich kenne noch viele Spieler von damals“, sagt Regehr. „Aber jetzt gebe ich alles für die Eisbären, schließlich geht’s im Spiel um den ersten Platz.“

Dass sich die Frankfurt Lions in dieser Saison als einer der stärksten Gegner für die Eisbären entpuppt haben, überrascht den 26 Jahre alten Kanadier nur wenig. „Sie waren schon immer eine der härtesten Mannschaften und in diesem Jahr passt’s einfach“, sagt er. Und: „Besonders in der Verteidigung sind sie herausragend.“ Die Lions rangieren momentan auf dem dritten Tabellenplatz und könnten bei einem Sieg gegen den Konkurrenten aus Berlin auf den ersten Platz vorrücken.

Klar, dass die Eisbären bei solchen Aussichten nicht müde werden, die Stärke des Gegners zu betonen. Allen voran ihr Trainer. „Die Frankfurter spielen einen sehr aggressiven Stil“, sagt Don Jackson. „Sie üben immer sehr viel Druck auf dem Eis aus, darauf müssen wir uns einstellen.“ Mit der Einstellung hat es bei der Mannschaft von Don Jackson in den zurückliegenden Partien nicht immer so gut geklappt. Intern war schon von Nachlässigkeiten und kleineren Schlampereien die Rede – vermeintliche Symptome einer langen Saison in der Deutschen Eishockey-Liga.

Beleg für die Aussetzer war zuletzt in erster Linie die schwache Defensive: 16 Gegentore haben die Eisbären allein in den vergangenen vier Partien kassiert. Da gibt es offensichtlich Nachholbedarf. „Gerade gegen Frankfurt müssen wir aufpassen, dass wir besser verteidigen und nicht so viel Treffer zulassen wie zuletzt“, sagt Regehr. „Sonst wird’s gefährlich.“ Wie gefährlich die Lions wirklich sind, ließ sich schon in der ersten Saisonbegegnung beobachten: 2:6 sind die Berliner da vor eigenem Publikum untergegangen.

Es gibt wohl bessere Voraussetzungen für das Spitzenspiel, zumal die Eisbären weiterhin auf Kapitän Steve Walker und Abwehrspieler Frank Hördler verzichten müssen, die beide unter einer Verletzung am Knie leiden. „Aber so lange wir neben der wichtigen Defensivarbeit auch wieder souverän nach vorne spielen, denke ich, dass unsere Chancen auf einen Sieg trotzdem sehr gut sind“, sagt Berlins Verteidiger Richie Regehr. Er selbst hat am Donnerstag beim freiwilligen Schusstraining ja schon vorgemacht, wie das gehen kann.

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