Eisbären gegen Haie : Hilfe ist unterwegs

Die Eisbären hoffen nach der Niederlage vom Freitag auf die Rückkehr von Trainer Don Jackson und Kapitän Stefan Ustorf, wenn es am Sonntag im Heimspiel gegen die Kölner Haie geht.

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Warten auf die Haie. Derrick Walser (l.) trifft mit den Eisbären am Sonntag auf Köln.
Warten auf die Haie. Derrick Walser (l.) trifft mit den Eisbären am Sonntag auf Köln.Foto: K. Kleist-Heinrich

Flexibilität ist gefragt in diesen Tagen, da der Schnee die Herrschaft über die Pünktlichkeit übernommen hat. Die Eisbären sind in dieser Hinsicht erprobt, nachdem sie am vergangenen Freitag in- folge des vom winterlichen Treiben verursachten Verkehrschaos nur auf recht abenteuerliche Weise und mit reichlich Verspätung nach München gekommen waren. Für die An- und Abreise nach Düsseldorf wählte der Berliner Eishockeyklub an diesem Wochenende nicht das Flugzeug, sondern – in weiser Voraussicht – den Zug. Der sportlichen Qualität aber war auch dies nicht zuträglich: Wie beim EHC München unterlagen die Eisbären der Düsseldorfer EG 2:5.

Immerhin, von großartigen Unannehmlichkeiten blieben die Berliner diesmal verschont. Mit halbstündiger Verzögerung, aber ähnlich ernüchtert, kehrten sie am Samstagnachmittag nach Berlin zurück. „Vielleicht ist das Ergebnis ein wenig zu hoch ausgefallen, insgesamt muss man allerdings schon sagen, dass Düsseldorf verdient gewonnen hat“, sagt Hartmut Nickel, der in Sachen Flexibilität bei den Eisbären zurzeit den Vorreiter gibt. Am Freitag sprang der Kotrainer hinter der Bande für Chefcoach Don Jackson ein, der wegen einer Erkrankung seiner Tochter in die USA gereist war. Was sich Nickel in verantwortlicher Position dort mitansehen musste, hat ihm nicht sonderlich gefallen.

Mit einem Mann mehr auf dem Eis kassierte seine Mannschaft das erste Gegentor gegen die DEG. In den folgenden gut 40 Minuten hatte man dann nicht mehr den Eindruck, dass die Gäste die Partie wirklich noch würden drehen können – und das, obwohl die Eisbären laut Nickel „teilweise an die Schmerzgrenze“ gegangen waren. Etwas mehr Willen hatte der Berliner Ersatztrainer ausgemacht, trotzdem fehlt den Eisbären seiner Meinung nach immer noch die Fähigkeit, ein Spiel über die ganze Länge mit konstant guter Leistung abzuliefern. Überbewerten will Nickel die Niederlage trotzdem nicht, schließlich musste sein Team auf sechs Stammspieler verzichten und hatte gegen eine Düsseldorfer Mannschaft gespielt, die „einen Lauf “ hat: Gegen die Berliner gewann der Klub nun schon die achte Partie in Serie und setzte sich an die Spitze der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

„Das Freitagsspiel müssen wir jetzt vergessen,“ sagt Hartmut Nickel. „Entscheidend ist, was wir am Sonntag zeigen.“ Dann treffen die Eisbären am Nachmittag in der heimischen Arena auf die Kölner Haie (14.30 Uhr). Und die sind so etwas wie das genaue Gegenteil der Düsseldorfer EG. Von der Tabellenführung in der DEL ist Köln meilenweit entfernt: Auf dem 14. und damit letzten Platz steckt der Traditionsverein fest – alles andere als ein Sieg für die Berliner käme da einer Blamage gleich. Zumal die Eisbären wieder mit personeller Verstärkung rechnen können. Stürmer Tyson Mulock könnte nach überstandener Verletzung ebenso ins Team zurückkehren wie Kapitän Stefan Ustorf, der gestern schon mit der Mannschaft trainierte. Darüber hinaus wird auch Trainer Don Jackson spätestens am Sonntagmorgen in Berlin zurückerwartet. Wenn das Schneechaos ihn nicht aufhält.

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