Eisbären gewinnen 3:1 in München : Punkte vom Lehrmeister

Die Eisbären Berlin haben am Freitagabend den EHC München und ihren ehemaligen Trainer Don Jackson mit 3:1 (0:0, 2:1, 1:0) besiegt. Mehr Kontrastprogramm ging dabei nicht am Tag der Deutschen Einheit.

Günter Klein
Zielstrebig. Constantin Braun behält den Puck unter Kontrolle.
Zielstrebig. Constantin Braun behält den Puck unter Kontrolle.Foto: Imago

Don Jackson, der neue Trainer des EHC München, hatte die Saison mit einem Dauerlächeln begonnen. Vier Spiele, vier Siege, Tabellenführung, da gab es nichts zu meckern. Doch seit es am fünften Spieltag mit den Niederlagen begonnen hat, gibt sich der US-Amerikaner mürrischer und nachdenklich. Am Freitagabend erst recht: Jackson erlebte den dritten unerfreulichen Tag in Serie. Sein Bezwinger diesmal: der Ex-Klub, dessen größte Titelserie mit fünf Meisterschaften in sechs Jahren mit seinem Namen verbunden ist. Die Eisbären Berlin gewannen bei ihrem einstigen Lehrmeister mit 3:1 (0:0, 2:1, 1:0).

Mehr Kontrastprogramm ging nicht am Tag der Deutschen Einheit. Hier die Münchner, die ihr Bayerntum betonten und noch einmal die Wiesn-Tracht samt Karo-Trikot anlegten und bei Gelegenheit den Defiliermarsch einspielten, als wäre man in einem Festzelt, das Ministerpräsident Horst Seehofer gerade betritt. Und dort die Berliner, deren Anhang traditionell das alte Ost-Liedgut anstimmte. Die Feiertags-Konstellation erlöste den EHC dieses Jahr auch mal von der Tristesse, dass die Partien zur Oktoberfestzeit die am schlechtesten besuchten der Saison sind: 4948 lautete die offizielle Besucherzahl, und auch wenn sie leicht geschönt wirkt, war die Kulisse ansehnlich. Die reisefreudigen Berliner machten, 500 Personen stark, eine ganze Kurve voll.

Mark Bell krachte in die Bande und musste verletzt raus

Die Leute bekamen zwei Teams zu sehen, die nachwiesen, dass sie zu den Schwergewichten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu rechnen sind. Das Tempo war hoch, die Unterhaltung gut. Und Dramatik gab es auch: In der neunten Minute krachte der Berliner Stürmer Mark Bell unglücklich in die Bande und blieb erst einmal liegen. Der Arzt eilte herbei, eine Trage auf Rollen wurde geordert, schließlich konnte Bell doch aufstehen und das Eis aus eigener Kraft verlassen. Aber klar war: Er würde nicht wiederkommen an diesem Abend.

Eisbären-Coach Jeff Tomlinson war durch diesen prominenten Ausfall gezwungen, seine Sturmreihen umzugestalten. Sven Ziegler erhielt ein Upgrade, der 20-Jährige rückte in den zweiten Sturm zum eingespielten Duo Darin Olver und Barry Tallackson und erlebte dort seinen großen Moment: In der Schlussphase des zweiten Drittels erzielte er die erstmalige Führung für Berlin, er verwertete im zweiten Versuch gegen den unsicheren Münchner Torwart Florian Hardy. Zunächst hatte der EHC vorgelegt, durch Alexander Barta, dessen Schuss Eisbären-Goalie Petri Vehanen über die Fanghand flutschte (23.). Es war dann Andre Rankel, der im Powerplay ausglich (27.).

Berlin war nun gut im Spiel, in den letzten Abschnitt ging das Team beschwingt. Allerdings setzte es den Schwung zunächst nicht in Tore um: Sie ließ die Chance eines fast zweiminütigen Überzahlspiels mit zwei Mann mehr verstreichen. Was seine Kollegen versäumt hatten, holte Petr Pohl nach. Konter, überlegter Abschluss – und EHC-Tormann Hardy sah den Puck ein weiteres Mal hinter sich verschwinden. Der Rest war: geschicktes Verteidigen.

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