Eisbären gewinnen erstes Saisonspiel : Bierernst und harmonisch

Zum Auftakt der European Trophy besiegen die Eisbären den tschechischen Vertreter Pilsen 6:4. Doch große Erkenntnisse verbieten sich in einer so frühen Phase der Saison.

Claus Vetter

Martin Straka ist ein Schwergewicht im internationalen Eishockey. Mehr als 1000 Spiele in der National Hockey-League (NHL), Olympiasieger und Weltmeister wurde der Stürmer aus Tschechien. Mit fast 40 Jahren spielt Straka nun wieder für seinen Heimatklub HC Pilsen. Im Nebenjob, denn er ist auch Manager des tschechischen Erstligisten. Und der spielende Manager wurde am Freitag mit sich und seinen Spielern nicht glücklich beim Gastspiel in Berlin. Zum Auftakt der European Trophy flitzten die Eisbären in ihrem ersten Saisonspiel zumindest fast zwei Drittel so über das Eis, als sei die vergangene Saison noch nicht vorbei. Der Deutsche Meister gewann am Ende 6:4 (3:0, 3:3, 0:1).

Das Ergebnis war eine erste Antwort auf die Frage, wie wichtig die Eisbären das vor drei Jahren geschaffene Turnier für europäische Klubmannschaften nehmen. Bierernst, so wirkte es gestern vor 7200 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof im Spiel gegen die Tschechen, bei denen Straka wenig von seiner Kunst zeigte. Große Erkenntnisse verbieten sich aber in einer so frühen Phase der Saison. Auffällig war, dass die Berliner recht ordentlich harmonierten und schon gut in Form zu sein scheinen. Von den beiden kanadischen Zugängen Mark Katic und Matt Foy, beide in der NHL durchgefallen, bewies Angreifer Foy immerhin, dass er Schlittschuhlaufen kann. Zudem demonstrierte er im Powerplay, dass er den Puck gefährlich aufs Tor zu zimmern vermag. Vielleicht haben die Eisbären da ihren dringend benötigten Blueliner gefunden nach dem Abgang von Richie Regehr.

Zu einem Treffer kam Foy bei seinem Debüt in Berlin nicht. Es war egal. Die Tschechen, vergangene Saison Halbfinalteilnehmer in ihrer Liga, wirkten oft überfordert. Dominik Bielke, Frank Hördler, Julian Talbot (2), Daniel Weiß und Travis Mulock erzielten die Tore für die Eisbären. Für Hördler nahm das Spiel kein gutes Ende. Nachdem er einen Schuss ins Gesicht abbekommen hatte, musste er ins Krankenhaus. Wie schwer sich der Verteidiger verletzte, wurde noch nicht bekannt. In jedem Fall dürfte er am Sonntag fehlen, wenn die Eisbären in ihrem zweiten European-Trophy-Spiel den HC Brünn empfangen.

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