Eisbären in der Niederlagenserie : Ist Uwe Krupp der Mann für die Krise?

Sieben Niederlagen in Serie, die Pre-Play-offs in Gefahr: Ist Uwe Krupp bei den Eisbären der richtige Trainer für das Krisenmanagement oder tragen andere Mitschuld an der Misere? Ein Kommentar.

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Nicht zum Brüllen. Uwe Krupp steckt mit den Eisbären in einer substanziellen Krise.
Nicht zum Brüllen. Uwe Krupp steckt mit den Eisbären in einer substanziellen Krise.Foto: dpa/Stache

Es gab da so zwei Phasen in der Trainerkarriere des Uwe Krupp als gar nichts lief. Das war jeweils mit der Eishockey-Nationalmannschaft, bei den Weltmeisterschaftsturnieren 2008 und 2009. Da verlor sich Bundestrainer Krupp mit seinem Team in einem Tief - 2009 in Bern stieg es nur nicht ab, weil Deutschland im Jahr 2010 WM-Gastgeber war. Über Krupp hieß es damals: Der Kölner mache immer stur genauso weiter, könne keine Impulse setzen und drehe sich im negativen Kreis, wenn nichts mehr laufe - so wie jetzt beim Vereinstrainer Krupp, der mit den Eisbären in einer großen Krise ist, der dritten substanziellen Krise seiner Trainerlaufbahn. Ist Uwe Krupp der richtige Mann für diese Krise?

Sieben Niederlagen in Folge, die Qualifikation für die Play-offs ist ernsthaft in Gefahr – der einstige Serienmeister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) taumelt dem frühen Saisonende entgegen. Und auch diesmal scheint der Trainer keine Impulse zu bringen – aber das stimmt nicht. Krupp setzt Signale bei den Berlinern, in dem er etwa den einstigen Torjäger Barry Tallackson (zwei Treffer in dieser Saison) auf die Tribüne setzt und indem er das Management um Hilfe ersucht – und dann mit dem jungen Verteidiger Alex Roach einen Spieler als Verstärkung bekommt, der noch nicht reif für die Liga ist.

Die Eisbären schaffen es nicht, die Stärken ihres Trainers zu fördern

Hier sind die Eisbären gefragt, insbesondere das Management: Sie haben es bisher nicht geschafft, die Stärken ihres Trainers grundlegend zu fördern. In dieser Saison wurden irgendwelche Spieler geholt, ob sie nun der Mannschaft helfen können oder nicht, war anscheinend nicht  Kriterium. Es wäre zudem ratsam, Krupp (neben Marian Bazany) noch einen erfahrenen Co-Trainer an die Seite zu stellen. Krupp selbst hat sich das vor einem Jahr, nach dem Abgang von Mark Mahon auch gewünscht. Passiert ist nichts.

Aber Krupp braucht nun Hilfe:  Die Nationalmannschaft führte Krupp 2010 ins Halbfinale – nachdem ihm der Deutsche Eishockey-Bund Harold Kreis als Co-Trainer zur Seite gestellt hatte. Auch in seiner Zeit bei den Kölner Haien hatte Krupp dann Erfolg, kam zwei Mal bis ins Finale. Es kann also nicht allein am Trainer liegen, vielmehr aber an einer Situation, die dem Trainer nicht liegt.

Das Problem der Chefetage der Eisbären um Geschäftsführer Peter John Lee und Sportdirektor Stefan Ustorf ist, sie müssen sich bewegen: Diese Krise lässt sich nicht aussitzen, nicht mit dem bloßen Hoffen auf zurückkehrende verletzte Spieler oder dem Vertrösten auf das nächste Spiel bewältigen. Sie erfordert Handeln. Weil sie nicht nur die Krise des Trainers ist.

 

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