Eisbären in Iserlohn : Mit gewonnenem Selbstbewusstsein

Mit zwei Heimsiegen haben sich die Eisbären am vergangenen Wochenende aus dem Tabellenkeller gespielt. Nun wollen sie am Freitag in Iserlohn unbedingt nachlegen - beim Gegner feiert Jari Pasanen sein Debüt als Cheftrainer.

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Das lief ganz gut. Mulock bejubelt das erste seiner drei Tore gegen Ingolstadt beim 6:3 der Berliner.
Das lief ganz gut. Mulock bejubelt das erste seiner drei Tore gegen Ingolstadt beim 6:3 der Berliner.Foto: Imago

Mit zwei weitgehend überzeugenden Heimsiegen gegen Ingolstadt und Krefeld haben sich die Eisbären am vergangenen Wochenende aus dem Tabellenkeller der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gespielt. Die unmittelbaren Folgen konnten die Spieler in den vergangenen Tagen beim Training spüren: „Das Selbstbewusstsein ist wieder da, und die Stimmung besser“, sagt Angreifer Travis Mulock. Seinen Anteil daran hat auch Constantin Braun. Der an Depressionen erkrankte Nationalverteidiger, dessen Rückkehr in den Ligaalltag nach wie vor nicht absehbar ist, trainierte seit Dienstag im Wellblechpalast mit den Kollegen. „Er hat viel Energie auf das Eis und in die Kabine gebracht“, sagt Trainer Jeff Tomlinson.

Nun müssen die Berliner den Aufwärtstrend auswärts bestätigen, bevor die Liga wegen des Deutschland Cups ein Wochenende aussetzt: Am Freitag treten sie bei den Iserlohn Roosters an (19.30 Uhr), am Sonntag dann in Wolfsburg (14.30 Uhr). „Das vergangene Wochenende war unser bestes in dieser Saison. Aber wenn wir jetzt nicht darauf aufbauen, war es nichts wert“, sagt Mulock.

Einfach wird das nicht: Mulock rechnet damit, dass die Iserlohner angesichts der Ereignisse der vergangenen Tage besonders gefährlich sein werden. Am Dienstag hatte der Tabellenvorletzte Cheftrainer Doug Mason entlassen, dessen bisheriger Assistent Jari Pasanen wird gegen die Eisbären sein Debüt als Hauptverantwortlicher hinter der Bande geben: „Dadurch werden die Spieler zusätzlich motiviert sein“, sagt Mulock. Sein Trainer hat ohnehin großen Respekt vor den Gastgebern: „Sie haben immerhin zuletzt fünf Tore gegen uns erzielt“, sagt Tomlinson und erinnert an den turbulenten 7:5-Heimsieg seiner Mannschaft am zweiten Spieltag. Trotz des derzeit schlechten Tabellenstandes sei Iserlohn eine „sehr gute, offensive Mannschaft“ mit vielen gefährlichen Angreifern. „Unsere Hauptaufgabe wird darin bestehen, sehr gut zu verteidigen“, sagt Tomlinson. Das so erfolgreiche vergangene Wochenende müsse die Mannschaft innerlich abhaken: „Wir haben kleine positive Schritte gemacht, fangen aber wieder bei null an.“

Sein Personaltableau hat Tomlinson, dem außer Matt Foy und Constantin Braun der gesamte Kader zur Verfügung steht, für die kommenden Spiele bewusst verändert: „Wir lassen die jungen Spieler jetzt mehr rotieren“, sagt er. Sie sollen regelmäßig in der Oberliga beim Kooperationspartner FASS Berlin oder in der zweiten Liga bei den Dresdner Eislöwen Spielpraxis sammeln, weil sie dort längere Eiszeiten bekommen als in der DEL. Daher werden am Freitag Thomas Supis und Vincent Schlenker, die am vergangenen Sonntag noch für Dresden spielten, anstelle von Christoph Kabitzky und Sven Ziegler die vierte Angriffsreihe der Eisbären komplettieren.

Der 20-jährige Verteidiger Henry Haase, der aufgrund ständiger verletzungsbedingter Ausfälle in der Abwehr bisher bei allen Saisonspielen des Deutschen Meisters auf dem Eis stand, wird hingegen angesichts der entspannten Personalsituation bei den Eisbären am Wochenende in der zweiten Liga für die Eislöwen auflaufen.

 

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