Eisbären in München : Konzentriert durch die Hundetage

Am Freitag treten die Eisbären zum fünften Mal in Folge auswärts an, Trainer Jackson fordert von seinen Spielern einen weiteren Sieg.

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Heimweh? Erst am Sonntag haben die Eisbären wieder ein Heimspiel - gegen Hannover.
Heimweh? Erst am Sonntag haben die Eisbären wieder ein Heimspiel - gegen Hannover.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Der Dezember ist ein Eishockeymonat. Wenn es gen Jahresende geht, reiht sich in der zuweilen endlos scheinenden Saison ein Spiel ans nächste. „Dog days“ nennen das Amerikaner wie Don Jackson, der den führenden Berliner Eishockeybetrieb betreut. „Es ist die Zeit, in der viele Spiele hinter einem und viele Spiele vor einem liegen“, erklärt der Trainer der Eisbären. „Jetzt kommt es darauf an, konzentriert zu bleiben und Boden gut zu machen.“ Einige mögen die Spiele mitten in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga als Geplänkel wahrnehmen, für Jackson aber zählen sie neben denen der Play-offs zu den wichtigsten der ganzen Spielzeit. Er sagt: „Wer jetzt am Ball bleibt, ist am Ende der Saison vorn dabei.“

Im Falle von Jacksons Team kam noch eine weitere Hürde hinzu: Fünf Auswärtsspiele in Serie sah der Spielplan für sie vor. Am Freitag folgt beim EHC München (19.30 Uhr) nun der fünfte und letzte Teil der Deutschland-Tournee, bevor der Klub am Sonntag nach dreiwöchiger Abstinenz wieder vor den heimischen Fans antritt. Eigentlich könnte der Coach die Auswärtsprüfung bereits als bestanden betrachten, immerhin hat sein Team bisher drei der vier Partien in fremder Halle gewonnen und liegt nach dem zwischenzeitlichen Absturz auf Rang sieben wieder auf Tabellenplatz drei. Trotzdem gibt sich Jackson lieber vorsichtig; mehr als ein „etwas solideres Auftreten“ hat der US-Amerikaner jüngst nicht ausgemacht. Das kommt nicht von ungefähr.

Die Rhetorik der Berliner ist zurückhaltender geworden, nachdem man sich in dieser Saison schon oft wieder auf dem Weg nach vorne gesehen hatte – und sich dann flugs wieder in einer Niederlagenserie wiederfand. Dabei spricht diesmal tatsächlich einiges dafür, dass sich die Eisbären mehr Konstanz erspielt haben. Im lange Zeit dürftigen Überzahlspiel wirken sie souveräner, und es gelingt ihnen mittlerweile, ihren Vorsprung trotz großer Gegenwehr auch über die Zeit zu bringen. Geht es nach Don Jackson, müssen seine Eisbären nun vor allem noch ihren „zuweilen extravaganten Stil“ ablegen. „Wir müssen einfacher spielen und weniger kräfteraubend spielen“, sagt er. Schließlich ist Dezember.

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