Eisbären in Nürnberg : Krupp: Müssen 60 Minuten gut spielen

Die Eisbären rutschen vor den Play-offs in ein kleines Loch. Trainer Uwe Krupp erwartet gegen Nürnberg die Wende.

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Geht da diesmal was? Trainer Uwe Krupp von den Eisbären beim jüngsten Spiel der Berliner in Nürnberg im Januar, die Berliner verloren es 2:3 nach Penaltyschießen.
Geht da diesmal was? Trainer Uwe Krupp von den Eisbären beim jüngsten Spiel der Berliner in Nürnberg im Januar, die Berliner...Foto: Karmann/dpa

Das mit der guten Stimmung ist bei den Eisbären seit Mittwoch so eine Sache. Natürlich erzählen sie beim Berliner Klub aus der DEL, dass sie „positiv gestimmt“ seien (Kapitän André Rankel) und dann sind Betriebsunfälle wie das 2:4 am Mittwoch gegen den Tabellenletzten Schwenningen erklärbar, findet Trainer Uwe Krupp: „Die letzten 40 Minuten haben wir nicht auf unserem Level gespielt.“ Die 40 letzten von 60 Spielminuten wohlgemerkt – die Berliner laufen Gefahr, nicht in brillanter Form in die übernächste Woche beginnenden Play-offs zu rauschen.

Die Eisbären können in den letzten Spielen der Hauptrunde noch den Heimvorteil für das Viertelfinale verspielen. Verlieren sie heute in Nürnberg (19.30 Uhr), würden sie von Platz drei womöglich auf Platz fünf zurückfallen und müssten am Sonntag gegen Mannheim gewinnen und auf Hilfe hoffen. Rankel sagt: „Das Spiel am Freitag ist wichtig, Nürnberg ist drei Punkte hinter uns. Und wir wollen eine Reaktion zeigen.“

Eine Reaktion auf Schwenningen: In der Tat ist es seltsam, dass die Eisbären ein wenig aus der Spur geraten sind, was nicht mit den branchenüblichen Faktoren wie etwa Verletzungspech aufzulösen ist: Gut, das Fehlen von Bruno Gervais bedeutet einen Bruch, der Kanadier hatte zum Teil überragend gut die Abwehrarbeit organisiert.

Die Faktoren für die Schwächephase sind nicht offensichtlich

Allerdings ist mit Milan Jurcina ein starker Ersatzmann für den bis Saisonende ausfallenden Gervais geholt worden. Im Angriff ist es sogar so, dass bei den Eisbären bis auf den grippegeschwächten Laurin Braun Krupp zurzeit aus 14 Stürmern auswählen kann. An der Quantität liegt es nicht, mit der Qualität verhält es sich inzwischen kaum anders. Lange lebten die Berliner zu sehr von ihrer ersten Sturmreihe. Inzwischen hat sich das Team von den Taten von Barry Tallackson, Darin Olver und Marcel Noebels emanzipiert – auch andere Stürmer wie Rankel und Petr Pohl haben gute Werte.

Wie steht es mit nicht offensichtlichen Faktoren für die kleine Schwächephase? Anscheinend sieht sich die Mannschaft nun, angefeuert von hehren Tönen im Klub, unter Zugzwang. Viele reden bei den Eisbären vom nächsten Meistertitel. Denn wenn man so weit kommt, muss man „natürlich auch das Ziel haben, Meister zu werden“, findet Stefan Ustorf, der Sportliche Leiter. So eine Aussage hört sich momentan seltsam an, zumal nach der nun bereits dritten Niederlage in Folge. Setzt angesichts des Drucks auf das Team womöglich eine kollektive Verkrampfung ein oder haben sich die Eisbären in der Hauptrunde doch eher über Wert verkauft? Was für Eindrücke hat der Trainer? Uwe Krupp sagt: „Der aktuelle Eindruck ist immer der aus dem letzten Spiel und da waren wir nicht so gut.“ Eine zumindest rhetorisch-taktisch starke Aussage, die zumindest nicht zu hohe Erwartungen von außen zulässt.

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