Eisbären in Wolfsburg : Ein Schritt zurück für Marvin Degon

Am Donnerstag spielen die Berliner beim EHC Wolfsburg, für Verteidiger Marvin Degon ist es das erste Wiedersehen mit dem ehemailgen Arbeitgeber.

Claus Vetter

Tore schießen? Das ist nicht alles im Eishockey, sagt Don Jackson. Nein, natürlich nicht. Der Torwart ist wichtig, das Defensivverhalten, das Überzahlspiel, und, und, und… Der Trainer der Eisbären reagierte fast ein wenig allergisch, als sein Verteidiger Marvin Degon am Donnerstagmorgen darauf angesprochen wird, ob es vielleicht dann mal am Donnerstag beim Auswärtsspiel in Wolfsburg (19.30 Uhr, Liveübertragung auf Sky) mit seinem ersten Tor für den neuen Arbeitgeber klappen könnte. Jacksons Motto: „Nun lasst mir doch mal den Jungen in Ruhe. Der macht doch so vieles richtig auf dem Eis, setzt ihn nicht so unter Druck.“

Der Junge hat in der Tat in seinen ersten vier Auftritten für die Eisbären so manches schon recht ordentlich gemacht. Der flinke US-Amerikaner, weiß allerdings woran er als offensiv ausgerichteter Verteidiger gemessen wird. „Meine Spezialität ist es, vorne Druck zu machen und Chancen zu kreieren und möglichst auch zu treffen.“ Mehr als ein Pfostenschuss ist allerdings für Degon im Trikot der Eisbären noch nicht herausgesprungen, womit er aber unter seinen Berliner Verteidiger-Kollegen zumindest einem Torerfolg am nächsten gekommen ist: Denn noch hat keine Berliner Defensivkraft in dieser Saison getroffen.

Marvin Degon allerdings glaubt, dass es bei ihm nicht mehr lange dauern wird. 14 Treffer hat er in der vergangenen, seiner ersten Spielzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erzielt - für den EHC Wolfsburg. Über seinen ehemaligen Arbeitgeber hat der 26 Jahre alte Blondschopf nur Gutes zu sagen. „Die spielen ein ähnlich aggressives Eishockey wie die Eisbären.“ Degon sagt, nach Wolfsburg zu kommen, sei sein erster Schritt gewesen, um sich in der DEL zu etablieren. „Nach einem Jahr Wolfsburg war es dann an der Zeit für den zweiten, großen Schritt. Und den habe ich dann mit meiner Vertragsunterschrift in Berlin gemacht. Die Eisbären sind für mich die erste Adresse in der Liga.“ Ansonsten sagt er zu Wolfsburg: „Kleinere Stadt, kleinere Halle, aber ein wie die Eisbären sehr professionell geführter Klub.“

Und die Wolfsburger sind auch ein sehr erfolgreicher Klub, der vergangene Saison immerhin das Play-off-Viertelfinale erreichte. „Aber damals waren die Wolfsburger vielleicht noch gefährlicher als in dieser Saison“, sagt Berlins Trainer Don Jackson. „Denn da hatten sie ein gefährliches Überzahlspiel – mit Justin Papineau und Marvin Degon.“ Kaum hatte er letzteren Namen ausgesprochen, musste Don Jackson schmunzeln. Möglich, dass er seine Meinung über die Priorität von Toren ändert, wenn Degon erstmals für die Eisbären getroffen hat.


Mehr von Marvin Degon in der Serie "Meine Eisbären":  

http://www.tagesspiegel.de/sport/Marvin-Degon-Eishockey-DEL-Eisbaeren-Berlin-Meine-Eisbaeren;art18147,2869572

0 Kommentare

Neuester Kommentar