Eisbären - Ingolstadt 6:5 : Viele Tore und ein knapper Sieg

Die Berliner Eisbären besiegen Ingolstadt trotz erneut mangelnder Defensivarbeit mit 6:5 und festigen damit ihren zweiten Tabellenplatz.

Claus Vetter

BerlinIn Berlins Großarena im Bezirk Friedrichshain ist das Programm in dieser Saison sehr dicht gestrickt. Maxime ist dabei für die Hallenbetreiber, dass der Unterhaltungsfaktor bei den Veranstaltungen stimmt. Derartiges lässt sich bei der am Sonnabend dort stattfindenden „Schlagernacht des Jahres“ im Vorfeld mühelos einplanen. Doch nicht nur bei Roland Kaiser und Co. bekommt der Zuschauer inzwischen eine Unterhaltungsgarantie: Auch beim sportlichen Hauptact in der Arena, den Eisbären, war gestern wieder mal mächtig was los. Der deutsche Eishockeymeister aus Berlin kam seinem Auftrag im Spiel gegen den ERC Ingolstadt in jeder Hinsicht nach. Weil sich beide Teams nicht mit lästiger Abwehrarbeit aufhielten, entstand ein offensives torreiches Spektakel, das die Eisbären zur Freude ihres Anhangs unter den 14 000 Zuschauern 6:5 (2:2, 2:1, 2:2) gewannen.

28 Spielminuten dauerte es, bis sich fast alle Zuschauer von ihren Sitzplätzen erhoben hatten. So viel Unterhaltungswert das Spiel auch bot, so wenig war es ein Lehrbeispiel für modernes Eishockey. Die Zuordnung in der Defensive stimmte auf beiden Seiten selten. Eine vor gegnerischen Kontern schützende Absicherung gab es – besonders bei den Eisbären – kaum. So kam es, dass die Ingolstädter die Berliner Führungstreffer zwei Mal flott mit Kontertoren beantworteten: 1:0 Alexander Weiß, Ausgleich Ingolstadt Matt Hussey. 2:1 Berlin durch Steve Walker, 2:2 Bob Wren.

Die Torhüterleistungen - außerhalb jeder Wertungsmöglichkeiten

Berlins kanadischer Starstürmer Jeff Friesen machte in der ersten Drittelpause nicht genau spezifizierte „Rhythmusprobleme“ für das Durcheinander im Berliner Drittel verantwortlich. Egal, wenn man dafür in der Offensive so zulangt, wie es die Eisbären weiter zuverlässig machten, dann gibt es für die Zuschauer eben ein paar Emotionen mehr zu durchleben. Denn nach Gegentor Nummer zwei gab es Treffer Nummer drei, in Überzahl durch Andy Roach. Wenig später hob Friesen den Puck zum 4:2 ins Tor.

Einen Ingolstädter Konter später erzielte Pat Kavanagh das dritte Tor für die Bayern und damit konnten einem beide Torhüter leid tun, die beide hohe Ambitionen haben: Denn sowohl der Berliner Rob Zepp als auch der Ingolstädter Dimitri Pätzold kämpfen ja um einem Platz im deutschen Nationaltor, was angesichts des restlichen Saisonprogramms (Olympia in Kanada, Weltmeisterschaft in Deutschland) nicht reizlos ist. Am Freitag allerdings lagen die Torhüterleistungen außerhalb jeder Wertungsmöglichkeit. Zepp kannte das schon vom Freitag aus der Vorwoche als er gegen Düsseldorf beim 3:7 ordentlich bedient wurde und Ingolstadt hatte gar in den drei Spielen vor Berlin 18 Gegentore kassiert.

Auch gestern wurden es für Pätzold wieder zu viele Gegentreffer. Den fünften kassierte Ingolstadts Torwart durch André Rankel. Michael Waginger verkürzte für Ingolstadt zum 4:5. Erst in der Schlussminute entschied dann Roach mit einem Schuss ins Ingolstädter Tor das Spiel, aber nicht das turbulente Treiben: Sechs Sekunden vor Schluss traf Rick Girard tatsächlich noch zum 5:6 für Ingolstadt.

Die Berliner festigten mit ihrem Erfolg den zweiten Tabellenrang, sollten aber am Sonntag beim Spiel in Krefeld an ihrem Defensiverhalten etwas ändern. Denn sechs Tore gelingen ja auch dem Team von Trainer Don Jackson nicht in jedem Spiel. Und wenn nicht so viele Berliner in der Halle zuschauen wie gestern, ist der Unterhaltungswert ja nicht so wichtig. Dann kann es auch mal ein trockenes 4:0 sein. So, wie am vergangenen Sonntag beim Berliner Sieg in Iserlohn.

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