Eisbären - Ingolstadt : Der Bessere soll gewinnen

Trotz der Niederlage im dritten Viertelfinalspiel der Play-offs gegen den ERC Ingolstadt sind die Eisbären zuversichtlich. Dafür haben sie gute Gründe.

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Normaler Betrieb. Die Bank der Eisbären.
Normaler Betrieb. Die Bank der Eisbären.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin - Eine seiner ersten Amtshandlungen am Montagmorgen ist eine Entschuldigung. Etwas laut und etwas ungerecht habe er einen Tag zuvor reagiert, „aber ich war nun mal sauer“, sagt Don Jackson. Wirklich gelegt hat sich die Enttäuschung über die am Sonntag eingehandelte 2:3-Niederlage der Eisbären immer noch nicht beim Berliner Eishockeytrainer. Allerdings trägt er seine Aussagen jetzt ein wenig ruhiger vor als noch vor ein paar Stunden: „Wir haben am Ende des Spiels einen großen Fehler gemacht. Und in dieser Zeit des Jahres sind Fehler nicht akzeptabel.“

Im Frühling, wenn im deutschen Eishockey der Meister ausgespielt wird, ist jeder Fehler eine potenzielle Siegstütze für den Gegner. So wie am Sonntag, als die Berliner dem ERC Ingolstadt ganze 57 Sekunden, bevor die Schlusssirene durch die Berliner Arena fiepte, noch das entscheidenden Tor ermöglichten – und selbst den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verspielten. Unnötig war das, selbstverständlich. Die Sache mit den Fehlern ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit, der andere hat mit der eigenen Fahrlässigkeit zu tun. „Wir haben nicht viel anders gemacht als in den beiden Spielen vorher“, sagt Angreifer André Rankel nach dem Training am Montag. „Nur haben wir diesmal einfach nicht getroffen.“ 61 Mal haben Rankels Eisbären aufs Ingolstädter Tor geschossen – 59 Mal davon vergebens.

Dass den Eisbären im dritten Viertelfinalspiel ein bisschen ihre Abgeklärtheit verlorengegangen ist und der Gegner nicht nur mit Cleverness, sondern auch mit Härte überzeugte, hat Spuren hinterlassen – im Befinden bei Trainer Don Jackson und an den Körpern seiner Spieler. Jeff Friesen wird den Berlinern im vierten Duell am Dienstag in Ingolstadt (19.35 Uhr) wohl fehlen, sein Kollege Steve Walker tritt aller Voraussicht nach angeschlagen an. Vom großen Zittern vor einer eventuell erneuten Niederlage ist trotz aller Play-off-Symptome dennoch nichts zu spüren in den Reihen der Eisbären.

Warum auch? Insgesamt wirkten sie in der gesamten Best-of-five-Serie souveräner als der Gegner aus Bayern. „Jetzt kommt es darauf an Geduld zu beweisen, damit sich unsere Leistung am Ende auszahlt“, sagt der Berliner Coach, und es scheint, als habe der Mut inzwischen über seine Wut gesiegt: „Wenn wir besonnen auftreten, werden wir es am Dienstag ins Halbfinale schaffen.“ Auf eine entscheidende fünfte Partie hat Don Jackson ebenso wenig Lust wie auf weitere Entschuldigungen.

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