• Eisbären: Interview mit Micki DuPont: "Früher waren wir auf einem anderen Niveau als der Rest"

Eisbären: Interview mit Micki DuPont : "Früher waren wir auf einem anderen Niveau als der Rest"

Seit gut einem Jahr ist Micki DuPont wieder bei den Eisbären, deren Blütezeit er damals erlebte - der Verteidiger über die Unterschiede von damals und heute.

Claus Vetter
Zuverlässig gut. Eisbären-Verteidiger Micki DuPont.
Zuverlässig gut. Eisbären-Verteidiger Micki DuPont.Foto: Imago/v.d Laage

Micki DuPont, Sie spielten von 2003 bis 2006 bei den Eisbären und wurden damals zwei Mal Deutscher Meister in Berlin. Seit vergangenem Jahr sind Sie nun wieder da und erleben mit ihrem Team momentan nicht die beste Phase. Wo sehen Sie die größten Unterschiede bei den Eisbären zwischen damals und heute?

Das ist lange her und das war eine ganz andere Zeit. Es scheint so, als ob die Eisbären damals auf einem anderen Niveau waren als all die anderen Teams in der DEL. Und heute sind die Mannschaften eng zusammen. München verliert ja auch mal gegen eine Mannschaft von unten. Jeder kann jeden schlagen. Es ist eine andere Liga heute.

Damals waren die Eisbären am Wachsen, Sie haben die ersten Meisterschaften mit ihnen gewonnen. Zurzeit sind die sieben Meistertitel eher ein Rucksack als ein Segen, so scheint es?

Diese Saison war hart von Beginn an. Da hat sich Marcel Noebels schwer verletzt, er ist wahrscheinlich unser bester Stürmer. Das war ganz hart. Dann waren Laurin Braun, Busch und Hördler lange verletzt. Wenn so etwas passiert, müssen andere Jungs die Lücken füllen. Und die hatten wir. Sven Ziegler vorne, Jonas Müller und Kais Wissmann hinten. Und jeder von uns muss etwas mehr geben. Aber es war und ist schwer.

Wie sehr hat sich die DEL denn verändert im Vergleich zu ihrer ersten Zeit in der Liga?

Alle Teams sind besser strukturiert, spielen enger in ihrem System. Vielleicht haben die das von den frühen Eisbären, bei denen ich gespielt habe, gelernt. München mit Don Jackson spielt da stark, Wolfsburg ist zum Beispiel sehr strukturiert…

Und die Eisbären? Da läuft es ja nicht so, woran hapert es?

Ich will immer nur das nächste Spiel gewinnen. Ich weiß, das hört sich dumm und stereotyp an, aber ich denke nur von Tag zu Tag. Die Top Sechs in der Tabelle ist das Ziel. Aber wenn das nicht klappt, ist das auch noch nicht das Ende. Köln hat die Hauptrunde vergangenes Jahr als Neunter oder Achter beendet…

Die Haie waren Siebter.

Egal und dann haben sie bis ins Halbfinale geschafft in den Play-offs.

Wie würden Sie ihre Rolle im Team beschreiben. Damals waren Sie einer der jungen Spieler, heute sind sie ein ganz erfahrener Spieler. Was für eine Verantwortung tragen Sie im aktuellen Team?

Ich würde nicht sagen, dass ich da Verantwortung trage. Aber ich kann den jungen Spielern helfen, das mache ich auch. Erst einmal ist es aber natürlich so, dass ich mich um mich selbst kümmere. Denn meine Leistung kann ich am meisten beeinflussen

Sie spielen auch diese Saison zuverlässig gut, trotzdem erfreut Sie der Blick auf die Tabelle gerade eher nicht?

Ich versuche, nicht auf die Tabelle zu schauen.

Damit stehen Sie allein in der Kabine?

Das kann sein, sicher bin ich mir nicht. Früher war ich anders, da wusste ich alles. Dann habe ich mir irgendwann gesagt. Vergiss, konzentriere dich auf deinen Job. Ich schaue mir dann lieber Spiele aus der NHL an, da bin ich nur Fan.

 

- Micki Dupont hat 33 Mal in der NHL gespielt (für Calgary, Pittsburgh und St. Louis. Bei den Eisbären war er von 2003 bis 2006 und ist 2015 nach einem langen Gastspiel in der Schweiz (Zug und Kloten) wieder in Berlin. Der kanadische Verteidiger ist inzwischen 36 Jahre alt).

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