Eisbären - Lions 2:6 : Und sie können doch noch verlieren

Nach 17 Heimsiegen in Folge unterliegen die Berliner den Frankfurtern 2:6. Ungewohnte Schwierigkeiten im Angriff überraschten dabei ebenso wie große Abwehrprobleme.

Katrin Schulze

BerlinUnd sie können doch noch verlieren. Eine erstaunliche Erkenntnis, war das Siegen vor eigenem Publikum bei den Eisbären zuletzt doch fast schon zur Gewohnheit geworden: 17 Mal in Serie hatte die Mannschaft von Don Jackson zu Hause gewonnen, bevor sie gestern Abend den Frankfurt Lions 2:6 (2:3, 0:1, 0:2) unterlag und ihren Trainer damit während der Partie zu so manchem mürrischen Blick provozierte. Allein die Tatsache, dass Serien auch im Eishockey endlich sind, erzürnte Jackson aber wohl nicht. Vielmehr dürfte die uninspirierte Leistung seines Teams zur schlechten Laune des Chefcoachs beigetragen haben

Dabei ging es bei den Berlinern eigentlich los wie so oft: In der sechsten Minute erzielte Stürmer Tyson Mulock nach einer schönen Kombination über Sven Felski und André Rankel das 1:0. Was folgte, waren die obligatorischen Freudenaufführungen, die den Gastgeber bei den vorangegangen 17 Begegnungen in eigener Halle zuverlässig zum Erfolg begleitet hatten. Doch der Jubel über die schnelle Führung fiel diesmal womöglich ein bisschen zu euphorisch aus, denn danach sahen die 14 200 Zuschauer in der ausverkauften Berliner Großarena vom Deutschen Meister nur wenig – umso mehr dafür von den Gästen. Zunächst traf Jason Young für sie in Überzahl, danach gingen die Lions durch Aleksander Polaczecks Treffer sogar in Führung. Und damit noch nicht genug: Auch Christoph Gawlik hatte sich gegen seinen ehemaligen Klub noch etwas vorgenommen – in der 17. Spielminute traf er zum 3:1 für die Frankfurter.

Dass Verteidiger Richie Regehr kurz vor der ersten Drittelpause mit einem Schuss von der blauen Linie für die Eisbären verkürzte, konnte die Stimmung innerhalb seiner Mannschaft nur bedingt bessern. „Wir versuchen mit aller Macht durch die Mitte zu spielen“, sagte Regehrs Abwehrkollege Marvin Degon in der ersten Drittelpause. „Damit verbauen wir uns viel.“ Aber nicht nur im Spiel nach vorne offenbarte das Team ungewohnte Probleme, auch in der Abwehr schwächelte es und lud die Lions so zum Torschusstraining ein. Jacksons Warnung vor dem „bislang stärksten Gegner der Saison“ hatte seine Profis augenscheinlich nicht erreicht. Die Konsequenz aus ihrem planlosen und unkreativen Auftritt war das 4:2 für die Gäste. Nachdem die Eisbären den Puck zu leichtfertig verspielt hatten, umkurvte Lions-Angreifer Jeff Ulmer nach Zuspiel von Gawlik das Berliner Tor und schoss aus spitzem Winkel ein.

Und was machten die Gastgeber? Nicht viel. Sie schauten dem munteren Spielchen ihres Kontrahenten sichtlich mitgenommen zu und brachten kaum Konstruktives zustande. Als die Frankfurter im Schlussdrittel ihren Vorsprung durch zwei Tore von Derek Hahn auf vier Tore ausbauten, fielen auch Don Jacksons Spieler nur noch durch verzweifelt-konsternierte Blicke auf. 

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