• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Eisbären-Maskottchen : Der weiße Riese von Friedrichshain

28.12.2012 11:16 Uhrvon
Kurz vor dem Spiel in der Umkleidekabine der Eisbären: Robbi Haschker (rechts) im feinen Zwirn, Bullys Maskottchenkörper im Trikot daneben.Bild vergrößern
Kurz vor dem Spiel in der Umkleidekabine der Eisbären: Robbi Haschker (rechts) im feinen Zwirn, Bullys Maskottchenkörper im Trikot daneben. - Foto: Mike Wolff

Unter dem Kostüm des Eisbären-Maskottchens stecken abwechselnd zwei Männer. Ein Tag mit „Bully“ in der Arena am Ostbahnhof.

Zwei Herzen schlagen in Bullys Brust. Nicht zur gleichen Zeit natürlich, obwohl in dem Fell des rundlichen Eisbären sicherlich genug Platz für zwei ausgewachsene Männer wäre. Doch was niemand in der Arena am Ostbahnhof sieht: Im Kostüm des Maskottchens des Berliner Eishockey-Teams steckt nicht immer dieselbe Person. Denn das Tier hat an einem Heimspielabend einen vollen Terminkalender. Da will vor dem Spiel ein Auto gewaschen werden und auf dem Weg zum Parkplatz streckt sich ein Spalier von Händen aus der Fankurve. Die muss der 1,90 Meter große Bär mit seiner Pranke abklatschen. Das ist inoffizieller Teil seiner Stellenbeschreibung.

Die Ordner an den Türen bekommen einen Schulterklopfer, während die Fans auf dem Parkplatz von dem weißen Riesen wissen wollen: „Wer wird heute gewinnen?“ Was für eine Frage! Bully zeigt mit seinen bekrallten Daumen auf seine Brust, über die sich ein Eisbären-Trikot mit der Nummer 01 spannt – eine Sonderanfertigung, die so einige verräterische Details verbirgt.

Versteckt bleibt vor den Augen der Fans der überstehende Fellkragen des Bärenkopfs und das, was sich darunter verbirgt. Zurück in der Kabine, greift Bully mit beiden Pranken an seinen Kopf und zieht die fellige Kugel mit der weit aufgerissenen Schnauze nach oben. Zum Vorschein kommt ein verschwitzter Kopf, an dem die Haare kleben. Martin Cornelius ist der Mann im Bären, zumindest bei den Ausflügen außerhalb der Eisfläche. Bully sein ist anstrengend, deshalb teilen sich zwei Personen den Job. „Mit dem Umzug vom Welli in die Arena am Ostbahnhof sind die Aufgaben des Bären gewachsen“, sagt Robbi Haschker später, der zweite Mann im Bären. Er übernimmt die Parts auf dem Eis kurz vor Anpfiff und – wenn die Eisbären gewinnen – bei der Ehrenrunde nach dem Spiel. Auch am heutigen Freitag soll das wieder so sein, wenn es gegen den ERC Ingolstadt (19.30 Uhr) geht.

Jetzt dauert es bis zum Spielbeginn aber noch über eine Stunde. Martin Cornelius kann zehn Minuten verschnaufen, dann geht es weiter. Schnell den Kopf wieder aufgesetzt und die Handschuhe angezogen, schon wird aus einem Menschen ein halbechter Eisbär. Bully beugt sich herunter zu Marika Wirks, der Chefin des Bully-Betreuerteams. Die kleine blonde Frau stopft dem Bären gründlich das Fell unter das Trikot und macht dann einem kleinen Bären Beine.

Samuel ist elf Jahre alt und wurde beim Eisbären-Nachwuchs als „Bully Bambini“ mit der Rückennummer ½ rekrutiert. Munter plappert er vor sich hin und vergisst dabei fast, sich anzuziehen. „Nicht quatschen“, kommandiert Wirks, deren Sohn selbst mal Bully Bambini war, bis er aus dem Kostüm herausgewachsen war. Sie stülpt dem Kind den Bärenkopf über. Außerhalb der Kabine sind die Bullys immer mit Begleitung unterwegs, „falls denen mal ein Besoffener am Schwanz zupft“, erklärt Wirks. Die beiden Bären tapsen schwerfällig in die Lobby, um auch die kleinen Fans zu begrüßen und Autogramme zu geben.

Folgen Sie unserer Sportredaktion auf Twitter:

Die Tagesspiegel-Sportredaktion:
Sven Goldmann:
Kit Holden:
Jörg Leopold:


Claus Vetter:


Tagesspiegel twittert

Service

Weitere Themen

Tagesspiegel-Partner

  • Wohnen in Berlin

    Gewerbe- oder Wohnimmobilien: Große Auswahl an Immobilien beim großen Immobilienportal.