Eisbären nach dem 4:8-Debakel : "Wir sind immer noch die bessere Mannschaft"

Auch wenn die Berliner Abwehr und ihr Torwart Rob Zepp beim 4:8 am Montag gegen die Freezers nicht eben überzeugend wirkten, haben die Eisbären die Viertelfinalserie vor dem vierten Spiel am Dienstag in Hamburg noch nicht abgeschrieben.

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Noch nicht in Play-off-Form. Rob Zepp hat schon 15 Gegentore kassiert.
Noch nicht in Play-off-Form. Rob Zepp hat schon 15 Gegentore kassiert.Foto: dpa

Am späten Montagabend hätte Benoit Laporte eigentlich glücklicher dreinschauen können. Schließlich hatten seine Freezers gerade die Eisbären in ihrem dritten Viertelfinalspiel um die deutsche Eishockey-Meisterschaft in Berlin 8:4 besiegt und so eine 2:1-Führung in der „Best of seven“-Serie erreicht. Der Hamburger Trainer wirkte dennoch etwas bedrückt. Als dann die dritte Nachfrage kam, ob die zuverlässige Torflut im Duell zwischen Eisbären und Freezers ein Beleg für mindere Spielqualität sein könnte, sagte Laporte: „Das ist eigentlich nicht mein Eishockey.“

Der Trainer der Freezers ist ein Anhänger vorsichtigen Taktierens. Doch in der Serie zwischen Hamburg und Berlin ist gute Arbeit in der Defensive auf beiden Seiten Nebensache. 6:5, 3:5, 4:8 lauten die ersten drei Ergebnisse aus Sicht der Eisbären. Das macht insgesamt 31 Tore in drei Play-off-Spielen einer Serie – eine rekordverdächtige Marke in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). In der Torwart-Statistik etwa liegt der Berliner Zepp nach drei Einsätzen auf dem letzten Platz aller Torhüter in den Play-offs, knapp davor am Ende des Tableaus rangiert sein Hamburger Kollege Niklas Treutle. Zepp hat einen Gegentorschnitt von 5,41 pro Spiel bei einer Fangquote von 83 Prozent. Treutles Werte sind kaum besser (4,1/87,7). Zum Vergleich: Der Mannheimer Dennis Endras, bester Torhüter in dieser Wertung, hat gerade 1,53 Gegentreffer pro Spiel kassiert und fast 95 Prozent aller Schüsse pariert.

Nun sagen Quoten nichts über die Qualität abgewehrter Schüsse aus. Und sicher war im Duell zwischen Eisbären und Freezers auch die Arbeit der Verteidiger vor dem Tor auf beiden Seiten verbesserungswürdig. Den Hamburgern ist dabei zugute halten, dass sie viele ihrer Gegentreffer in Unterzahl kassierten. Da zumindest versprühten die Eisbären auch am Montag Gefahr. Ansonsten aber wirkten sie über weite Strecken des Spieles geistig kaum anwesend. Das lag vielleicht auch daran, dass in der vollen Arena am Ostbahnhof Geisterstimmung herrschte. Es war eine neue Protestaktion gegen die erhöhten Dauerkartenpreise für die kommende Saison. Diesmal schwiegen sie im der harten Kern der Fans demonstrativ, nachdem sie in Spiel eins der Serie noch im ersten Drittel die Halle verlassen hatten. Das wirkte. „Natürlich haben wir versucht, das mit der Stimmung wegzudrücken“, sagte Eisbären-Kapitän André Rankel. „Aber offensichtlich ist es uns nicht gelungen.“

Verteidiger Constantin Braun stellte fest, dass seine Mannschaft „zum ersten Drittel emotionslos aus der Kabine gekommen ist“. Erstaunlich, denn an sich ist Emotionalität eine Qualität, die den Eisbären in der Vergangenheit schon oft geholfen hat, scheinbar erdrückende Rückstände aufzuholen – wie etwa auch im ersten Spiel gegen die Freezers, als die Berliner nach einem 0:4 im ersten Drittel noch 6:5 nach Verlängerung gewannen. Auch am Montag gab es nach einem katastrophalen 1:7-Rückstand eine kleine Aufholjagd. Sie endete nach dem vierten Berliner Tor. Hamburg ließ sich diesmal nicht überrumpeln. Thomas Dolak erzielte das 8:4 für die Freezers.

Nach Spiel drei war für die Eisbären vor Spiel vier. Kurz vor Mitternacht fuhr der Mannschaftsbus am Montag in Richtung Hamburg, wo es am Dienstagabend (19.30 Uhr) in der Serie weitergeht. Für die Hamburger ohne Angreifer Eric Schneider, der nach einem schweren Foul am Berliner Jimmy Sharrow eine Matchstrafe erhalten hatte und mit einer langen Sperre rechnen muss. Doch auch für die Berliner hatte Schneiders Tätlichkeit auch Nachwirkungen. Sharrow fällt mit Verdacht auf Rippenbruch erst einmal aus, und das ist der ohnehin angeschlagenen Berliner Verteidigung nicht weiter zuträglich. André Rankel sagte trotzdem trotzig: „Wir sind die bessere Mannschaft und werden jetzt in Hamburg gewinnen.“

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