Sport : Eisbären nehmen 1:4 gegen Nürnberg nicht tragisch

Claus Vetter

Eine akribische Analyse der schlechtesten Vorstellung der Eisbären in dieser Spielzeit verbat sich wohl von selbst. Denn beim 1:4 gegen die Nürnberg Ice Tigers wollte den Berlinern nur wenig gelingen. Auch Peter John Lee, der im Frust im letzten Drittel gar eine Trinkflasche auf die Eisfläche kickte, hatte sich das anders vorgestellt. "Heute lief einfach gar nichts", musste der Trainer der Eisbären nach Spielschluss feststellen. Selten wurden die Punkte im Sportforum dem Gegner so auf dem Schläger serviert, wie am Dienstagabend. Da war selbst Peter Inhacak überrascht. Der Trainer der Nürnberg Ice Tigers flüchtete sich wohl auch deshalb in seiner Spielbewertung in Allgemeinplätze. Die Eisbären hätten zuletzt einen Lauf gehabt, sagte Inhacak, nach Höhen kämen eben auch mal wieder Täler.

Als Liam Garvey nach nur 34 Sekunden traf, nahm die Berliner Talfahrt gegen Nürnberg ihren Anfang. "Wenn du in der ersten Minute schon ein Gegentor kassierst, dann hast du es halt schwer, ins Spiel zu finden", meint Thomas Schinko. Der Stürmer war am Dienstag gemeinsam mit seinen beiden Sturmpartnern Guiseppe Busillo und Lorenz Funk einer der wenigen Akteure bei den Eisbären, denen man Normalform attestieren konnte. Warum dem Großteil seiner Mannschaftskameraden gegen die Franken, die als Tabellendreizehnter angereist kamen, die geistige Frische fehlte, darüber war Schinko ein wenig ratlos. "Das kann einfach mal vorkommen. So ein Spiel hat man halt einmal im Verlauf der Saison." Angesichts der imposanten Berliner Aufholjagd in den letzten Wochen würde der Ausrutscher gegen Nürnberg allerdings schon ein wenig schmerzen, meint Schinko. "Das war eine versäumte Chance, zumal der Gegner zu schlagen gewesen wäre. Mit den drei Punkten hätten wir uns oben in der Tabelle festsetzen können. Ich hoffe nur, dass wir diesem Spiel am Ende nicht noch nachtrauern."

Tragisch nahmen die Spieler der Eisbären die Niederlage zwar nicht, trotzdem bleibt die Feststellung, dass von der einstigen Heimstärke der Eisbären in dieser Saison bislang wenig zu spüren ist. Von zwölf Heimspielen haben die Berliner nun schon fünf verloren. Auf des Gegners Eis sind sie dagegen weit erfolgreicher als noch in der letzten Saison. Da kamen die Eisbären am Ende nur auf sieben Auswärtssiege, in dieser Spielzeit sind es immerhin schon fünf Erfolge in der Fremde.

Zahlenspiele, mit denen sich die Akteure von Peter John Lee am Mittwoch nicht zu beschäftigten brauchten. Der Trainer gestattete seinen Spielern gestern einen freien Tag. Eine kurze Verschnaufpause für die Eisbären, sie scheint nach dem verkorksten Auftritt vom Dienstag gar nicht mal verkehrt zu sein. Zumal das Programm der nächsten Wochen für die Berliner doch recht eng ist. Bereits am Freitag geht es für die Eisbären weiter, dann kommen die Frankfurt Lions ins Sportforum.

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