Eisbären rehabilitieren sich : 4:0-Sieg in Hannover

Nach der 2:6-Heimniederlage gegen Frankfurt gelingt den Eisbären beim Gastspiel in Hannover Wiedergutmachung. Die Berliner siegen 4:0 bei den Scorpions.

Katrin Schulze[Hannover]
Nichts zu lachen für Scorpions-Trainer Hans Zach
Nichts zu lachen. Hannovers Trainer Hans Zach.Foto: dpa

Zum Abwinken war das. Immer wieder dirigierte Hans Zach mittels aufwendigster Körpersprache seine Mannschaft. Mit weit ausgestreckten Armen zeigte er an, wo es denn bitteschön langgehen soll und moserte dabei, was Stimme und Vokabular hergaben. Es brachte nichts. Als seine Hannover Scorpions gegen die Eisbären Berlin mit einem 0:2 Rückstand in die zweite Drittelpause geschickt wurden, wandte sich der Eishockeytrainer mit einer resignierenden Geste ab. Am Ende stand es 4:0 (1:0, 1:0, 2:0) für die Eisbären - und Hans Zach war endgültig bedient.

Seine regen Aktivitäten hinter der Bande waren allerdings durchaus verständlich, hatten seine Scorpions vor der Partie gegen die Eisbären doch schon dreimal in Folge verloren - und fanden sich auf dem elften Tabellenrang wieder. Für ein Team, das in der vorigen Spielzeit bis zum Schluss um den ersten Platz mitspielte und sich in den Play-offs erst im Halbfinale verabschiedete, darf das als eher bescheidene Bilanz gewertet werden Zuletzt unterlagen die Scorpions in Krefeld sogar mit 1:5. Den Berlinern erging es bei ihrer 2:6-Pleite zu Hause gegen die Frankfurt Lions kaum besser.

Doch immerhin war den Gästen am gestrigen Nachmittag eine schnelle physische und mentale Erholung zu attestieren - mit Ausnahme von Steve Walker, der wegen einer fiebrigen Erkältung nicht mit nach Hannover reisen konnte. Aber auch ohne ihren Kapitän zeigten sich die Eisbären vor 5899 Zuschauern in der Hannoveraner Arena deutlich frischer als zuvor. Den robust agierenden Scorpions versuchten sie mit Technik und Härte entgegenzutreten, ihre Führung durch Andy Roach kam dennoch relativ unvermittelt. Der Abwehrspieler zog in der neunten Spielminute völlig unbedrängt einfach ab - und platzierte den Puck unter verwunderten Blicken seiner Gegenspieler im Tor.

Dabei war es keineswegs so, dass die Berliner nicht auch ihren Gegner zum Mitspielen animierten: Ganze acht Überzahlspiele ermöglichten sie dem Team von Hans Zach. Dass sich trotz zahlreicher Gelegenheiten daraus kein Treffer resultierte, lag auch an Eisbären-Goalie Rob Zepp, der sich deutlich wacher zeigte als noch bei der Niederlage gegen Frankfurt. Zepps Gegenüber und ehemaliger Teamkollege Youri Ziffzer machte es auf der anderen Seite kaum schlechter, wurde jedoch ein ums andere Mal von seinen Mitspielern allein gelassen - so wie zu Beginn des zweiten Drittels. Einen wuchtigen Schuss von Stefan Ustorf konnte er da noch abwehren, beim Nachschuss von Chris Hahn aber war er machtlos.

Als Travis James Mulock im Schlussdrittel erst das 3:0 und dann noch das 4:0 für die Eisbären schoss, verstummte sogar Hans Zach vorübergehend. Seine Hannoveraner bemühten sich in einer heiteren Partie zwar redlich, konnten gegen überlegt aufspielende Gäste jedoch nicht viel ausrichten. Die Eisbären waren an diesem Nachmittag schlicht zu clever für die Niedersachsen. Da half auch alles Zetern und Kopfschütteln nichts.

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