Sport : Eisbären schlagen Hamburg

Claus Vetter

Berlin - Im Geiste mag mancher Profi der Berliner Eisbären vielleicht gestern schon in der Schweiz gewesen sein. Schließlich reisen die Berliner am ersten Weihnachtstag nach Davos, wo sie dann beim Spengler-Cup bis zum 31. Dezember mindestens vier Spiele zu absolvieren haben. So überragend war die Berliner Leistung beim letzten Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im Jahr 2005 nämlich nicht – trotzdem rangen die Eisbären die Hamburg Freezers nach hartem Kampf etwas glücklich mit 2:1 (1:1, 0:0, 1:0) nieder. Richard Mueller gelang dabei zwei Minuten vor Schluss vor 5000 Zuschauern im Sportforum der Berliner Siegtreffer.

Das Spiel wurde bestimmt durch zwei ausgezeichnete tschechische Torhüter. Wobei Tomas Pöpperle, der Schlussmann der Berliner, den größten Teil seine Karriere mit 21 Jahren wohl noch vor sich hat. Und sicher möchte Pöpperle dabei einmal derart viel Erfolg haben wie sein derzeitiger Hamburger Kollege Roman Cechmanek. Der 34 Jahre alte Profi der Freezers war immerhin lange Nationaltorhüter in seiner Heimat und hatte seinen Arbeitsplatz auch in der nordamerikanischen Profiliga. Die Erfahrung und Routine war Cechmanek gestern anzumerken - auch wenn schon der erste Angriff der Eisbären mit einem Tor endete.

Cechmanek war allerdings machtlos, als den Berlinern mit einem geschickten Konter schon nach 39 Sekunden das 1:0 durch Patrick Jarrett gelang. Die frühe Führung ließ die Eisbären ein wenig leichtsinnig werden. Vor allem in Überzahl gingen sie viel zu lax zu Werke. Anders sah das bei den Freezers aus. Gleich bei ihrer ersten numerischen Überlegenheit kamen sie zum nicht unverdienten Ausgleich: Pöpperle sah bei Benoit Grattons Schuss in den rechten oberen Winkel nicht glücklich aus.

Ansonsten bot der junge Berliner Torwart keinesfalls eine schlechtere Leistung als sein erfahrener Landsmann im Hamburger Tor. Im zweiten Drittel parierte Pöpperle gleich zwei Konterchancen von Marc Beaucage in souveräner Manier. Auf der anderen Seite hätten die Eisbären zu diesem Zeitpunkt längst führen können. Allerdings gingen sie mit ihren Chancen – allen voran Nationalspieler Stefan Ustorf – viel zu großzügig um. Die Berliner, bei denen der neue kanadische Verteidiger Drake Berehowsky ein sehr diskretes Debüt gab, waren im Powerplay einfach zu schwach: Gleich zweimal konnten sie in einer 5:3-Überzahl agieren, dabei allerdings Cechmanek nicht vor unlösbare Probleme stellen.

Das letzte Drittel begann mit einem Pfostenschuss des Hamburgers Jacek Plachta – so entschied Schiedsrichter Martin Reichert. Es schien aber, als habe der Puck die Linie des Berliner Tores überquert. Allerdings protestierte kein Hamburger Spieler und als schon ein Penaltyschießen zur Entscheidungsfindung drohte, schloss Richard Mueller zwei Minuten vor Schluss einen Konter mit dem Tor zum 2:1 für die Eisbären ab - ausgerechnet Mueller, der schon seit Wochen wenig Glück beim Verwerten seiner Chancen hat. Dank Muellers Tor können die Eisbären doch gut gelaunt zum Spengler-Cup fahren.

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