Eisbären siegen 5:2 in Wolfsburg : So spielt ein Spitzenteam

Nach zwei Niederlagen in Folge zeigen sich die Eisbären in Wolfsburg gut erholt und verabschieden sich mit einem verdienten 5:2 in die Länderspielpause.

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Mit viel Zug zum Tor. Die Eisbären mit Nick Petersen zeigten in Wolfsburg ein starkes Auswärtsspiel.
Mit viel Zug zum Tor. Die Eisbären mit Nick Petersen zeigten in Wolfsburg ein starkes Auswärtsspiel.Foto: Imago

Gar nicht so einfach in diesen Tagen, dem Videobeweis zu entgehen. Das ganze Fußball-Land debattiert – die eine Hälfte würde ihn am liebsten sofort abschaffen, die andere feiert einen Zugewinn an Gerechtigkeit. Beim Eishockey entscheidet die Kamera bekanntlich schon ein paar Jahre länger. Die Fans haben das wie selbstverständlich hingenommen, auch wenn sie mal ein bisschen warten müssen mit dem Jubel. So wie am Sonntag die der Berliner Eisbären beim Gastspiel in Wolfsburg. Kurz vor Ende des zweiten Drittels hatte James Sheppard nach einem zuvor abgewehrten Schuss von Sean Backman den Puck ins Netz gespitzelt, aber Schiedsrichter Lasse Kopitz hatte noch Klärungsbedarf. Fünf Minuten vergingen, dann endlich kam Kopitz aus seiner Videokabine und wies mit der rechten Hand zum Mittelkreis: Tor! Es war das zweite für die Berliner beim 5:2 (0:0, 2:0, 3:2) über die gastgebenden Grizzlys.

Dieser 20. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) war besonders für Marvin Cüpper ein vergnüglicher Nachmittag. Der 23-Jährige durfte am Sonntag mal wieder als Stellvertreter des knapp doppelt so alten Petri Vahanen das Berliner Tor hüten. Am Anfang hatte er mal ein bisschen Glück, als ein Schuss von Jeff Likens die Querlatte streifte, aber danach verrichtete Cüpper seine Arbeit mit einer Sicherheit, als würde er jedes Wochenende in der DEL spielen. „Er hat einen Super-Job gemacht“, sagte der Eisbären-Trainer Uwe Krupp und freute sich über „ein sehr gutes Spiel. In den ersten beiden Dritteln war das das schnellste Eishockey, dass ich in dieser Saison in der DEL gesehen habe.“

Cüpper zeigte wieder eine gute Leistung im Tor

Nur Tore wollten erstmal nicht fallen – Marcel Noebels verschoss Mitte des zweiten Drittels sogar einen Penalty. Dafür war das Führungstor der Eisbären ein paar Minuten später umso schöner anzuschauen. Bei einem schnellen Konter erwischte Jamie MacQueen den perfekten Moment für den Querpass auf den rechts mitgelaufenen Daniel Fischbuch, der nur noch den Schläger hinhalten musste. Was folgte, war 50 Sekunden vor der Schlusssirene des Mitteldrittels das nach langer Bedenkzeit anerkannte 2:0 durch Sheppard. Als MacQueen gleich zu Beginn des Schlussdrittels nach feiner Einzelleistung noch ein drittes Tor nachschob, war doch ein wenig Spannung aus den Spiel, auch wenn danach mal die Wolfsburger dran waren. Gegen das 1:3 von Likens konnte der gute Cüpper nichts ausrichten. Die Eisbären antworteten im Stil einer Spitzenmannschaft, mit dem vierten Tor durch Jens Baxmann.

Es spricht für die Wolfsburger, dass sie nicht aufgaben. Trainer Pavel Gross nahm schon sechs Minuten vor Schluss seinen Torhüter Gerald Kuhn vom Eis. Ein Risiko, das durch ein schnelles Tor durch Kristopher Foucault belohnt wurde. Das letzte Wort aber hatten die Eisbären. 39 Sekunden vor Schluss, als das Wolfsburger Tor abermals verwaist war, traf Martin Buchwieser zum 5:2.

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