Eisbären siegen in Hamburg : Lustvoll im Angriff, lahm in der Verteidigung

3:1, 3:4 und dann 5:4 für die Eisbären – die Berliner siegen in einer turbulenten Partie bei den Hamburg Freezers

Edgar Wieschendorf

Am Ende stimmte aus Sicht der Berliner das Ergebnis, der Weg dahin war aber beschwerlich. Die Eisbären haben ihr Auswärtsspiel bei den Hamburg Freezers am Freitag 5:4 (2:1, 1:3, 2:0) gewonnen. Das Ensemble von Trainer Don Jackson demonstrierte dabei in einer turbulenten Partie vor 8256 Zuschauern in Hamburg erhebliche Leistungsschwankungen. Sie zeigten sich stark in der Offensive, in der Defensive allerdings oft ungeordnet.

Dabei war die Rollenverteilung vor dem Duell klar: gegen keinen anderen Gegner als die Eisbären hatten die Hanseaten seit ihrem Start in der Deutschen Eishockey-Liga im Jahr 2002 eine schlechtere Bilanz aufzuweisen. Von nunmehr 51 ausgetragenen Partien gewannen die Eisbären 37 Mal und kassierten nur 14 Niederlagen. 2003, 2008 und 2009 demütigten die Berliner die Hamburger mit jeweils klaren Erfolgen in den Play-offs. Dieses Mal allerdings deutete vieles auf ein enges Spiel hin, denn die Freezers waren mit starken Leistungen in die neue Saison gestartet – weil das Team von Trainer Benoit Laporte erstmals seit vielen Jahren eine richtige Struktur hat, zudem bisher mit spielerischem Glamour und Kampfeswillen überzeugte. Derartiges gab es in Hamburg lange nicht zu bestaunen. Vom Eröffnungsbully an entwickelte sich dann am Freitag auch eine flotte Partie. Die offensiv ausgerichteten Eisbären Berlin dominierten die Begegnung, Hamburg beschränkte sich aufs Kontern.

Nach einer Rauferei zwischen Hamburgs Stürmer David Wolf und dem Berliner Julian Talbot blitzte die spielerische Klasse des Meisters auf: Darin Olver gelang nach einem Schuss von Frank Hördler die 1:0-Führung, die Laurin Braun zum 2:0 ausbaute. Die Eisbären nutzten die Schwächen der in dieser Phase paralysiert wirkenden Hamburger gnadenlos aus und schienen das Spiel schon früh zu ihren Gunsten entscheiden zu können. Aber es kam anders, weil Thomas Oppenheimer nur sieben Sekunden vor der ersten Drittelpause der Anschlusstreffer für die Freezers gelang. 24 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels erzielte Sven Felski nach einem atemberaubenden Solo zwar das 3:1, doch die Hamburger kämpften sich danach in das Spiel. Die Freezers kamen durch Charlie Cooks Solo und erneut Oppenheimer binnen 56 Sekunden zum 3:3-Ausgleich.

Brett Engelhardt schoss dann sogar die Hamburger Führung zum 4:3, Berlins Torwart Kevin Nastiuk sah in dieser Szene keineswegs souverän aus. Aber die Eisbären hatten im Endspurt noch etwas zuzulegen: Florian Busch glich im Powerplay aus und dem Dänen Mads Christensens, schon am Sonntag zweimaliger Torschütze beim 5:2 gegen Straubing, gelang acht Minuten vor Schluss der Siegtreffer für die Eisbären.

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