Eisbären spielen in Mannheim : Leerstand an der blauen Linie

Den Eisbären fehlt ein echter Distanzschütze, wie die Niederlage gegen Straubing gezeigt hat. Sie müssen so schnell wie möglich ein Überzahlsystem finden, mit dem sie die Leerstelle kompensieren können. Am besten schon am Sonntag.

von
Fehlende "Qualität in den Schüssen": Florian Busch versucht es hier gegen Straubings Leopold Prantl (l.).
Fehlende "Qualität in den Schüssen": Florian Busch versucht es hier gegen Straubings Leopold Prantl (l.).Foto: dpa

Die Eisbären haben ein Loch, es klafft an der blauen Linie. Dort, wo in der vergangenen Saison noch Richie Regehr stand. Doch der Kanadier wechselte im Sommer zum schwedischen Klub MODO, der ihn mit viel Geld abwarb. Aus guten Gründen: Regehr kann nicht nur solide verteidigen, er ist auch ein gefährlicher Distanzschütze. Damit war er der personifizierte Plan B der Eisbären. Wenn es spielerisch nicht lief, lautete die Devise: den Puck zurücklegen, damit Regehr zum Schlagschuss ansetzen konnte. Gerade im Überzahlspiel war das ein bewährtes Rezept: Der Verteidiger kam in der abgelaufenen Saison auf elf Tore und 26 Vorlagen.

Ein solcher Spieler fehlt den Eisbären jetzt: Die vakante Planstelle besetzten sie mit Mark Katic. Nun ist der junge Kanadier flink und technisch stark, einen gewaltigen Schuss hat er aber nicht. So fehlt eine taktische Option, gerade gegen Mannschaften wie die Straubing Tigers, die das Berliner Spiel mit Härte und Einsatz zu zerstören versuchen. Prompt kassierten die Eisbären am Freitag eine 1:3-Niederlage. Zahlreiche Überzahlsituationen, die sich gegen aggressiv verteidigende Gegner naturgemäß ergeben, ließen sie ungenutzt – nicht zuletzt, weil niemand an der blauen Linie wartete, der einen wirkungsvollen Distanzschuss anbringen konnte. „Uns fehlte die Qualität in den Schüssen“, sagte Angreifer Florian Busch.

Die Eisbären müssen nun so schnell wie möglich ein Überzahlsystem finden, mit dem sie die Leerstelle kompensieren können. Am besten schon am Sonntag: Dann werden sie um 17.45 Uhr (live auf Servus TV) in Mannheim antreten. Der Finalgegner der Vorsaison hat ein ähnliches Problem zu lösen: Auch der beste Offensivverteidiger der Adler, Chris Lee, wechselte nach Schweden. Beim Ersatz gingen sie einen ganz anderen Weg: Sie holten kein Talent, sondern den 32-jährigen Doug Janik, einen robusten Arbeiter mit der Erfahrung von 196 NHL-Spielen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar