Sport : Eisbären: Stark durch alle Reihen

Claus Vetter

Berlin - Am Ende eines einseitigen Spieles durften endlich auch die jubeln, die in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga bisher wenig zu lachen hatten: Thomas Pielmeier und Christoph Gawlik rundeten am Dienstag gegen Augsburg einen 5:1-Heimsieg der Eisbären ab. Ausgerechnet Pielmeier und Gawlik – der aus Nürnberg gekommene Pielmeier wurde von einem Fachblatt schon als Fehleinkauf kategorisiert und noch heftiger verhält sich der Fall Gawlik: Der talentierte Bayer, mit 18 Jahren schon Nationalspieler, hatte laut Trainer Don Jackson „eine mittelmäßige Vorbereitung“ und einen „schwachen Saisonstart“ hinter sich. Doch gegen Augsburg nun, als den Berlinern mit Mark Beaufait (Bänderiss), André Rankel (Schulterverletzung), Sven Felski (Zahnschmerzen) und Denis Pederson (gesperrt) gleich vier ihrer besten Angreifer fehlten, da spielten sich die bisher unauffälligen Stürmer bei den Eisbären in den Vordergrund.

Trainer Jackson sagte nach dem immerhin schon elften Sieg im 14. Spiel: „Die älteren Spieler haben den jüngeren den Weg geebnet und die jungen Spieler haben das angenommen.“ Nach Toren von Brandon Smith und Tyson Mulock traf am Dienstag mit Constantin Braun schon ein junger deutscher Spieler, bevor dann Pielmeier und Gawlik an der Reihe waren: Es zeigte sich, dass die Eisbären auch vier Ausfälle problemlos kompensieren können. Gawlik überrascht es nicht. „Wir sind eben gut besetzt“, sagt der 20 Jahre alte Stürmer. Wichtiger sei allerdings, dass alle ihre eigenen Eitelkeiten hintenanstellen. „Ich mach doch jetzt kein Riesendrama daraus, dass ich mal wieder das Tor getroffen habe.“

Die Stärke der Eisbären ist in dieser Saison auch ihre Quantität, das Modell mit einem Reserveteam in der Oberliga zahlt sich immer mehr aus. 24 Spieler haben die Berliner in dieser Saison schon eingesetzt, 35 Profis können sie einsetzen, denn so viele haben sie lizenziert. Zum Vergleich: Die Krefeld Pinguine, am Freitag zum 15. Saisonspiel der Berliner im Sportforum zu Gast, haben gerade mal 26 Spieler im Kader. Claus Vetter

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