Eisbären-Stürmer Barry Tallackson : "Ich muss mich da jetzt durchbeißen"

Stürmer Barry Tallackson ist das Gesicht der Eisbären-Krise. Im Interview spricht der 33-Jährige über Wege zurück zu alter Stärke und Kritik von außen.

Kämpft, aber spielt derzeit nicht gut. Eisbären-Stürmer Barry Tallackson.
Kämpft, aber spielt derzeit nicht gut. Eisbären-Stürmer Barry Tallackson.Foto: Imago

Barry, warum läuft es in dieser Saison nicht so wie gewünscht? 

Viele Spieler sind in dieser Saison nicht in der Form. Auch ich nicht. Es ist aber meine Aufgabe, aus diesem Tief wieder herauszukommen. Das ist mir bisher leider nicht gelungen, aber ich werde in den verbleibenden Spielen alles versuchen. Letztlich geht es aber um den Erfolg des Teams. Und wenn wir erfolgreicher als Team spielen, geht es auch mir besser.

Wie kann man denn aus so einem Tief wieder herauskommen?

Du musst mental versuchen, stark zu sein. Und weiter arbeiten, weiter aufs Tor schießen. Und irgendwann geht dann hoffentlich auch mal wieder einer rein. 

Nur zwei Tore in 36 Spielen. So schlecht waren Sie noch nie seit dem Wechsel nach Berlin.

Ja, sowas habe ich hier noch nicht erlebt. Aber ich muss mich da jetzt durchbeißen und wieder nach oben kämpfen. 

Vor der Saison verletzte sich Ihr Sturmpartner Marcel Noebels, dazu spielen Sie nicht mehr mit Darin Olver zusammen. Das hat Ihnen sicher nicht geholfen.

Die Sachen mit Marcel Noebels und Darin Olver sollten auf mich keinen Einfluss haben, aber natürlich stimmte die Chemie zwischen uns und da war vieles eingespielt. Ich muss trotzdem einfach konstanter spielen - auch ohne die Beiden.

Geschäftsführer Peter John Lee glaubt, dass es bei Ihnen vor allen Dingen ein Kopfproblem sei. Denken Sie zu viel nach?

Als Eishockeyspieler denkst du natürlich immer, was du hättest besser machen können. Aber mental musst du trotzdem positiv bleiben. Du darfst dich nie hängen lassen, denn das macht alles noch schlimmer. Und irgendwie musst du da rauskommen und das versuche ich in den verbleibenden Spielen.

Köln war im Sommer angeblich an Ihnen interessiert. Am Freitag geht es gegen die Haie. Bedauern Sie manchmal, in Berlin geblieben zu sein?

Nein, daran denke ich gar nicht. Ich konzentriere mich wirklich nur auf die Eisbären. Klar, hat Köln ein gutes Team, aber das interessiert mich jetzt nicht.

Es gibt viel Kritik an Ihnen von außen, auch von den Fans. Wie gehen Sie damit um?

Natürlich möchte ich den Leuten zeigen, dass ich das Toreschießen nicht verlernt habe. In den vergangenen fünf Jahren lief es hier immer gut für mich, jetzt bin ich leider nicht mehr erfolgreich. Aber ich will da rauskommen und allen Kritikern beweisen, dass sie falsch liegen und mich nicht abschreiben sollen.

Toreschießen geht normalerweise im Powerplay am leichtesten. Da dürfen sie momentan aber gar nicht ran.

Klar, würde ich gern mehr Powerplay spielen, da habe ich in der Vergangenheit viele Tore geschossen. Aber das liegt nicht in meiner Macht. Es liegt jetzt an mir, Vertrauen zurückzuerarbeiten und dann vielleicht auch wieder in Überzahl spielen zu dürfen.

Das Interview erschien zuerst im Eisbären-Blog des Tagesspiegels. Hier finden Sie alles rund um den traditionsreichen Berliner Eishockey-Verein.

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