Eisbären-Trainer Jackson im Interview : „Es funktionierte nichts“

Trainer Don Jackson spricht über den schlechten Start der Eisbären und Probleme seiner neuen Profis und wie er sein Team wieder zum Erfolg führen will.

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Es läuft noch nicht. Die Eisbären und ihr Trainer.
Es läuft noch nicht. Die Eisbären und ihr Trainer.Foto: dpa

Don Jackson, zum Saisonauftakt gab es zwei klare Niederlagen für ihre Mannschaft. Was läuft schief bei den Eisbären?

Straubing und Mannheim haben uns unter Druck gesetzt und unsere Probleme offengelegt. Wir hatten Schwierigkeiten in der Offensive, beim Stellungsspiel in der Defensive. In Unterzahl funktionierte bei uns nichts und im Powerplay – ach, bei uns funktionierte alles noch nicht.

Das muss Sie überraschen, denn in der Vorbereitung schien ihr Team gut eingespielt zu sein. Die Konkurrenz in der Liga bereitete sich schon wieder auf einen Durchmarsch der Eisbären vor.

Wenn das so einfach wäre. Wir haben nach der vergangenen Saison einen Spieler wie Richie Regehr verloren und jetzt fehlen uns wichtige Leute wie Constantin Braun und André Rankel. Das neue Team, an dem ich immer noch baue, ist sehr jung. Spieler wie Jimmy Sharrow oder Frank Hördler müssen nun Verantwortung im Powerplay übernehmen und es ist verzeihbar, wenn sie nicht auf Anhieb gut aussehen. Sie haben am Wochenende in engen Situationen zu oft die Übersicht verloren. Dann funktioniert das Zusammenspiel mit unseren neuen Spielern noch nicht.

Ihre drei neuen Kanadier Matt Foy, Jamie Arniel und Marc Katic haben sich in den ersten beiden Spielen – freundlich formuliert – noch nicht einbringen können. Woran liegt das?

Die Drei haben in der vergangenen Saison wenig gespielt. Sie müssen sich erst mal finden. Aber eines steht fest: Sie müssen besser werden, sich dafür gegenseitig vertrauen und Selbstvertrauen gewinnen.

Wie können Sie denn Ihre Mannschaft unterstützen vor dem nächsten Spiel am Freitag gegen Düsseldorf?

Wir werden viel Videostudium machen, viele Gespräche führen. Einige Dinge werden wir auf dem Eis neu einstudieren müssen, die Reihen neu organisieren...

Und Schlagschüsse trainieren? Seitdem Richie Regehr die Eisbären verlassen hat, fehlt ihnen ein Spieler, der von der blauen Linie Gefahr bringend schießen kann, oder?

Das stimmt. Mark Katic sollte da eigentlich einspringen. Er versucht es ja. Aber bisher verfällt er in Panik, wann immer er den Puck bekommt. Das ist zu wenig.

Besonders optimistisch klingen Sie nicht...

Ich habe auch keinen Grund dazu, so schlecht sind wir noch nie in eine Saison gestartet in meinen gut fünf Jahren in Berlin. Es ist vielleicht die schwerste Situation, die ich als Trainer bei den Eisbären hatte. Aber es ist auch reizvoll, nach einem Ausweg zu suchen. In der Vergangenheit hat mein Team fast immer einen Weg aus Krisensituationen gefunden. Warum also sollte es diesmal nicht klappen?

Sie könnten sich ja auch noch verstärken – mit erfahrenen Spielern, die ihr junges Team anführen. Wegen der Absage des Saisonstarts in der National Hockey League bieten sich doch Lösungen an, oder?

Wir schauen uns die Entwicklung in Sachen NHL erst einmal genau an. Wir wissen nicht, ob die tatsächlich das ganze Jahr nicht spielen. Natürlich reden wir viel darüber, natürlich bekommen wir mit, dass Krefeld einen Christian Ehrhoff verpflichtet. Aber wenn wir Spieler holen, müssen sie zu uns passen. Wichtiger ist für uns aber, dass die Spieler, die wir jetzt haben, die Chemie finden.

- Das Gespräch führte Claus Vetter.

Don Jackson, 56, ist seit 2007 Trainer der Eisbären, mit denen der US-Amerikaner seitdem viermal Deutscher Meister wurde. Als Spieler gewann er zwei Titel in der National Hockey League (NHL).

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