Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson : „Ich muss noch vieles ändern“

Seit zwei Wochen trainiert Jeff Tomlinson nun die Eisbären. Im Interview spricht er vor dem ersten Spiel der Berliner in der European Trophy über seine ersten Eindrücke von der Mannschaft.

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Hat viel vor. Der neue Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson.
Hat viel vor. Der neue Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson.Foto: dpa

Jeff Tomlinson, am Dienstag starten Sie mit den Eisbären in die Saison. Wie sind Ihre Eindrücke von der Mannschaft vor dem Spiel der European Trophy in Oulu?

Bis jetzt bin ich zufrieden. Obwohl ich die Testergebnisse noch nicht habe, ist mein Eindruck, dass die Jungs in einem guten Fitnesszustand sind. Wir haben vergangene Woche sehr viel mit dem Einstudieren unseres neuen Systems verbracht: Überzahlspiel, Unterzahlspiel vor allem – da liegt noch viel Arbeit bei uns, da muss ich ganz viel ändern.

Wie bitte? Die Mannschaft ist unter Ihren Vorgänger Don Jackson in sechs Jahren fünf Mal Deutscher Meister geworden. Sie trainieren das Team nun seit knapp zwei Wochen und sprechen über substanzielle Veränderungen?

Ja. Nach sechs Jahren ist es für die Spieler an der Zeit, etwas Neues zu lernen. Leider sind wir in diesem Punkt noch nicht so weit, wie wir sein sollten. Ich weiß, dass sich viele Leute nun wundern werden, dass ich hier bei den Eisbären nicht alles beim Alten lassen will. Aber wir müssen uns verbessern. Über die Jahre war die Defensivarbeit nicht immer gut. Die Eisbären haben viel zu viele Gegentore kassiert. Das war ein Nebenprodukt dieses aggressiven offensiven Spielsystems.

Die Gegner können sich künftig auf ein Berliner Abwehrbollwerk einrichten?

Nein. Aber es ist doch an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Wenn es gar nicht funktioniert, kann ich ja immer noch zurückrudern. Ich habe jetzt zum Beispiel für das Spiel in Finnland die drei jungen Spieler Henry Haase, John Koslowski und Alex Trivellato im Aufgebot. Ich will mir ansehen, was sie können.

Die European Trophy ist dafür der ideale Rahmen. Als Gastgeber sind die Eisbären für das Finalturnier im Dezember in Berlin gesetzt. Wie das Team in den acht Gruppenspielen abschneidet ist also egal, oder?

Mir ist es nicht egal. Ich möchte mir nicht anhören, dass wir nur dabei sind, weil wir sowieso qualifiziert waren. Das wollen wir sportlich schaffen. Es wird bereits am Dienstag nicht einfach, weil die Finnen länger im Training sind als wir. Aber ich halte nichts davon, im Juni oder Juli mit der Vorbereitung zu beginnen. Wir müssen schließlich noch im April topfit sein.

Wie haben Sie denn die ersten Tage bei den Eisbären erlebt? Die Geschichte um die Erkrankung um Constantin Braun, der seine Karriere wegen akuter Depression unterbricht, war ja sicher nicht einfach für Sie?

Ja, das war ein Schock. Ich vermisse Constantin in der Kabine. Aber es ändert sich nichts an unseren Zielen. Nun bekommen andere Spieler ihre Chance in der Verteidigung.

Am Dienstag treten die Berliner im Rahmen der European Trophy bei Kärpät Oulu in Finnland an (18.30 Uhr).

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