• Eisbären-Trainer Lee entdeckt die Defensive und freut sich auf das Comeback von Mayer

Sport : Eisbären-Trainer Lee entdeckt die Defensive und freut sich auf das Comeback von Mayer

Claus Vetter

Die Nebenwirkungen der bitteren Pillen, die es in den ersten Wochen dieses Jahres zu schlucken galt, hat der Trainer der Eisbären offensichtlich gut verkraftet. Wohl vor allem, weil es für Peter John Lee und seine Schützlinge zuletzt wieder aufwärts ging. Denn bei den letzten Auftritten der Eisbären gegen Augsburg (4:3) und Mannheim (3:2) wurde im Sportforum statt galliger Arznei endlich wieder ein exquisites Menü gereicht. "Langsam ist das Gefühl für die Situation da, haben wir endlich alle das Selbstvertrauen, das wir brauchen", stellt der zufriedene Trainer fest, "hoffentlich können wir auf diesen beiden Spielen aufbauen".

Das Zutrauen in die eigenen Fertigkeiten ist bei Peter John Lee vorhanden, auch wenn der Trainer zuletzt fast den Glauben an bessere Zeiten verloren zu haben schien. Vor dem Spiel am Sonntag gegen Augsburg sah es danach aus, als ob der Eishockey-Übungsleiter bei einer Niederlage seinen Job los sei. Doch es kam anders. Nun sagt Peter John Lee erleichtert: "Egal wie tief oder wie hoch es für einen geht - wichtig ist, dass man mit den positiven Erscheinungen genauso umgehen kann wie mit den negativen." Letzteres hat der Kanadier wohl geschafft.

Es bestehen nun kaum Zweifel, dass er bis zum Ende der Saison seinen Arbeitsplatz hinter der Bande behält. Freilich, vor zu großen Erwartungen möchte Lee die Freunde der Eisbären trotz der letzten Erfolge ausdrücklich warnen. "Von Platz zwei bis 13 kämpfen alle noch um den Einzug in die Play-offs", hat der Trainer beobachtet, "da gibt es kein leichtes Spiel". Bis zum Ende der Hauptrunde Mitte März sei jetzt Psychologie gefragt. Man bewege sich nun mal auf einer ständigen Gratwanderung. "Schau dir doch die Situation in der Liga an. Da gewinnt Krefeld dreimal hintereinander, verliert dann fünf Spiele in Serie."

Derlei Vorkommnisse seien nicht ausschließlich in der Ausgeglichenheit der Teams in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) begründet, erklärt Peter John Lee. Vielmehr finde das geistige Befinden einer Mannschaft auch häufig im Ausgang einer Partie seinen Niederschlag.

"Auf der Grenze zur Krise", hätten sich die Berliner noch am Sonntag vor dem Spiel gegen Augsburg befunden, meint Lee. Doch da sei man herausgekommen. "Gegen Augsburg nur mit Kampf, gegen Mannheim dann aber offensichtlich auch mit Kreativität", freut sich der Trainer. "Unsere Zuschauer wollen natürlich sehen, dass wir zu Hause gewinnen. Aber inzwischen hat wohl jeder verstanden, dass wir dafür nicht zehn Tore schießen müssen, sondern dass ein 3:2 auch reichen kann." Die Zeiten, in denen im Sportforum bedingungslos nach vorn geprescht wurde, seien erst einmal passé. "Wir sind zwar immer noch offensiv orientiert, haben aber gegen Augsburg und Mannheim die Defensivarbeit nicht vergessen", sagt der Übungsleiter, "so wollen wir auch künftig auftreten".

Gut möglich, dass die Abwehr ab heute noch stabiler steht als in den vergangenen Spielen. Im Kasseler Auestadion warten am heutigen Freitag die Huskies auf die Eisbären. Bei den Berlinern kann Derek Mayer nach zwei Monaten Pause sein Comeback feiern. Der Verteidiger hatte sich am 28. November letzten Jahres beim Spiel in Augsburg den Fuß gebrochen. Auch andere Rekonvaleszenten melden sich bald zurück. Stürmer Yvon Corriveau kann am Sonntag beim Heimspiel gegen Krefeld wieder eingreifen, Torhüter Udo Döhler wird gegen die Pinguine auf der Bank sitzen. Heute in Kassel ist Sebastian Elwing noch der Ersatzmann von Jaroslav Kames.

Angesichts des Umstandes, dass somit bis auf Mikael Wahlberg alle Akteure der Eisbären einsatzbereit sind, wird man möglicherweise von der avisierten Verpflichtung eines neuen Spielers wieder Abstand nehmen. Auch wenn die Berliner ihre Kontakte in Richtung Nordamerika intensiviert haben, Konkretes hat sich wohl noch nicht abgezeichnet. "Wir haben im Moment in dieser Richtung nichts geplant", sagt der Generalbevollmächtigte des EHC, Martin Müller. Allerdings wolle er nicht ausschließen, dass man bis zum 31. Januar - dann ist in der DEL Transferschluss - noch tätig werde.

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