Eisbären-Trainer Tomlinson : „Nun wissen wir, was wir können“

Mit zwei Siegen in Folge machen die Eisbären Hoffnung auf einen Aufwärtstrend, der am Dienstag weitergehen soll - gegen Wolfsburg? Da war doch noch was. Trainer Jeff Tomlinson erinnert sich.

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Keine Sorge, bald geht es aufwärts. Tomlinson bei der einzigen Niederlage der letzten Woche, dem 0:3 in Hamburg.
Keine Sorge, bald geht es aufwärts. Tomlinson bei der einzigen Niederlage der letzten Woche, dem 0:3 in Hamburg.Foto: Imagoi

Jeff Tomlinson, wie gut erinnern Sie sich noch an den 3. November und Ihr Auswärtsspiel beim EHC Wolfsburg?

Ich habe versucht, das zu vergessen. Aber es ist mir nicht gelungen.

Damals haben Sie 0:8 verloren und für die Krise der Eisbären war das so etwas wie eine Initialzündung. Haben Sie nun am Wochenende mit Siegen gegen Mannheim und Krefeld gezeigt, dass mit den Eisbären in dieser Saison doch noch zu rechnen ist?

Ich bin davon überzeugt. Weil wir nun verinnerlicht haben, was wir können. Wir sind in dieser Saison nicht mehr in der Lage, beliebig viele Tore schießen zu können. Wir haben nur eine Chance, wenn wir uns auf mannschaftliche und nicht individuelle Qualitäten verlassen.

Was meinen Sie damit konkret?

Ich meine zum Beispiel unsere sogenannten Special Teams, besonders im Unterzahlspiel. Da haben die Jungs gelernt zu kämpfen, sich in die Schüsse zu werfen. Das war beim 7:3 in Krefeld klar zu sehen. Ligenintern sind wir im Penalty Killing nun schon das drittbeste Team. Und in der Offensive sollte es nicht wichtig sein, wer eine Chance zum Nachschuss bekommt, sondern dass wir überhaupt eine Torchance bekommen.

Glauben Sie, dass die beiden Siege der Anfang von einem Aufwärtstrend sind?

Definitiv. Jede Krise hat auch ihre positiven Seiten. Bei uns konnten sich die jungen Spieler beweisen. Jungs wie Alex Trivellato und Henry Haase übernehmen jetzt Verantwortung. Man konnte beim Spiel in Krefeld sehen, was für einen guten Job sie inzwischen machen. Dann durften wir auch einen Spieler wie Jonas Schlenker in der DEL kennen lernen. All das stimmt mich sehr optimistisch.

Trotzdem hoffen Sie darauf, dass die verletzten Spieler so langsam in die Mannschaft zurückkehren. Wer von ihnen ist denn gegen Wolfsburg wieder mit dabei?

Niemand.

Gegen Wolfsburg haben Sie in dieser Saison noch keinen Punkt geholt. 1:11 lautet das Torverhältnis nach zwei Spielen gegen das Team von Pavel Gross. Am Dienstag kommen die Wolfsburger nun nach Berlin, was haben Sie sich vorgenommen?

Einen Sieg. Das Gute ist doch, dass auch meine Jungs das Spiel vom 3. November nicht vergessen haben. Das müsste als Motivation reichen.

Jeff Tomlinson, 43, ist seit 2013 Cheftrainer der Eisbären. Zuvor war er Headcoach in Düsseldorf und Nürnberg. Am Dienstag empfangen die Berliner den EHC Wolfsburg (19.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof).

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