Sport : Eisbären unterliegen Hamburg 2:4

Claus Vetter

Berlin - Anhänger der Freezers hatten in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga bislang nur selten Grund zur Freude. Gerade mal als Tabellenzehnter traten die Hamburger gestern beim Ersten Eisbären an. Diese Konstellation erstaunte insofern, als dass der Eigner beider Klubs, die Anschutz-Gruppe, ihre Filialen in Hamburg und Berlin seit Jahren mit gleich großen Etats ausstattet. Offensichtlich verstehen die Fans der Freezers das auch nicht, gestern forderten sie im Sportforum Hohenschönhausen die Ablösung von Geschäftsführer Boris Capla und hatten auch schon eine Idee, wer ihren sportlich maroden Laden in Schwung bringen soll: der oberste Chef der Europa-Dependance von Anschutz. „Hilfe! Kornett, bitte übernehmen Sie!“, war auf einem Transparent zu lesen. Detlef Kornett war gestern zwar nicht zur Soforthilfe bereit, dafür halfen sich die Freezers selbst – die Eisbären verloren 2:4 (0:1, 1:2, 0:1) gegen die Hamburger.

Neutrale Betrachter unter den 5000 im ausverkauften Sportforum mögen sich vielleicht auch ein Transparent mit der Aufschrift „Hilfe! Spielt doch mal vernünftiges Eishockey!“ gewünscht haben. Denn das Spiel war zu sehr von Zufällen abhängig, die erschöpft wirkende Selbsthilfegruppe des zurzeit außer Form spielenden Tabellenführers brachte nur wenig Konstruktives zustande. Lange rannten die Eisbären dem Hamburger Führungstor aus der ersten Minute – Vitalij Aab hatte es erzielt – hinterher. Und auch nach dem Ausgleich durch Sven Felski im zweiten Abschnitt wurden die Berliner Bemühungen nicht effektiver. Peter Sarno brachte Hamburg sogar noch vor der zweiten Pause in Führung, als er einen Puck an Eisbären-Torwart Rob Zepp vorbeistocherte.

Unglücklich sah Zepp auch beim 1:3 aus: Ein Schüsschen von Francois Fortier trudelte ins Berliner Tor. Auf der anderen Seite der Eisfläche erhielt Andy Roach mit einem Distanzschuss zum 2:3 die Siegchance der Eisbären, die nach dem vierten Hamburger Tor durch Christoph Brandner allerdings hinfällig war. Nur vier Punkte aus ihren jüngsten fünf Spielen haben die Berliner geholt. Und das Erstaunliche daran ist, dass die Konkurrenz den Eisbären hilft: Trotz ihres Tiefs sind sie immer noch Tabellenführer. Claus Vetter

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