Sport : Eisbären verlieren 3:4 in Frankfurt Stürmer Ustorf kriecht verletzt vom Eis

Patrick Bernecker

Frankfurt am Main - Es sah nicht gut aus, als Stefan Ustorf zehn Minuten vor dem Ende auf allen Vieren vom Eis kroch. Der Stürmer des EHC Eisbären war nach einem Zweikampf an der Bande hängengeblieben und hatte sich dabei den rechten Knöchel verletzt. Nach dem Spiel, als Eisbären-Trainer Pierre Pagé bereits das 3:4 (1:1, 1:2, 1:1) bei den Frankfurt Lions kommentierte, hatte Ustorf weiter große Schmerzen, den Knöchel dick in Eis gepackt. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Ustorf könnte den Eisbären in den letzten Spielen der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) fehlen, und seit gestern ist es unwahrscheinlich geworden, dass die Berliner direkt in die Play-offs einziehen. Sechs Punkte beträgt nun der Rückstand auf den sechsten Tabellenplatz, den seit gestern die Frankfurter belegen.

Die Niederlage der Eisbären war keine Überraschung, dafür aber erst einmal die Aufstellung: Als das Spiel begann, fehlte ein Spieler, der so sehr auf sein Saisondebüt in der DEL gehofft hatte. Als sich seine Kollegen auf dem Eis warmliefen, saß Richard Mueller in der Berliner Mannschaftskabine auf dem Fahrrad-Ergometer. Pierre Pagé hatte den Deutsch-Kanadier, den die Eisbären noch kurz vor Transferschluss als Ausländer lizenziert hatten, nicht eingesetzt. Dabei hatte Pagé gesagt, der junge Stürmer, der in dieser Saison nur im Oberligateam der Eisbären zum Einsatz kam, werde den Berlinern mit seinen läuferischen Fähigkeiten weiterhelfen. Mehr Tempo hätten die Eisbären vor den 7000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Eissporthalle gut gebrauchen können. „Es war ein intensives, aggressives Spiel, in dem wir zehn Minuten gut waren. Dann kam Frankfurt“, sagte Pagé hinterher.

Nach der Führung für die Eisbären, die Cole Jarret unter gütiger Mithilfe von Lions-Torwart Ian Gordon erzielt hatte, zogen sich die Eisbären weit zurück, ihre Passivität wurde noch im ersten Drittel mit dem Ausgleich durch Michael Hackert bestraft. Im zweiten Drittel dominierten die Gastgeber klar, auch wenn die Eisbären in Überzahl durch Andy Roach wieder in Führung gingen. Nur 23 Sekunden später traf Sebastian Osterloh zum 2:2. Schiedsrichter Oswald entschied nach Videobeweis dann auf 3:2 durch Petr Macholda.

Im letzten Drittel kamen die vor allem im Powerplay enttäuschenden Berliner wieder etwas besser ins Spiel. Dennoch verdankten sie es wie in den 40 Minuten zuvor ihrem überragenden Torwart Youri Ziffzer, der mehrfach mit Hechtsprüngen wie ein Fußballtorwart rettete, dass die Niederlage nicht höher ausfiel. Nach dem 4:2 für Frankfurt durch Steve Kelly gelang André Rankel noch der Anschlusstreffer, aber am Ende hatten die Eisbären ein Spiel, Stefan Ustorf und wohl auch ihre Chancen auf Platz sechs verloren.

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