Eisbären verlieren auch in Hamburg : Die Krise verschärft sich

Nach dem 0:3 bei den Hamburg Freezers drohen die Eisbären nun auch Boden im Kampf um Platz zehn zu verlieren. Selbst die Teilnahme an den Pre-Play-offs ist in Gefahr.

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Wieder nichts: Die Eisbären haben auch in Hamburg verloren.
Wieder nichts: Die Eisbären haben auch in Hamburg verloren.Foto: Imago

 Die Eisbären Berlin und ihre gute Nachwuchsarbeit. Das war einmal ein beliebtes Thema. Als die Berliner noch Deutscher Eishockeymeister nach Belieben werden konnten, wie es in sieben der jüngsten neun Jahren der Fall war. Deutsche junge Spieler, die ein Spiel entscheiden? Die sind in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) heute eher bei den Freezers zu finden als bei den Eisbären. Deutlich zu sehen war es wieder am Dienstag in der Hamburger Arena am Volkspark – im Spiel der Hamburger gegen die Berliner: Kevin Schmidt, Jerome Flaake und Thomas Oppenheimer hießen die drei Torschützen der Freezers, die für die nächste Niederlage des Meisters verantwortlich waren: Die Eisbären verloren 0:3 (0:0, 0:1, 0:2) in Hamburg.

Vor dem Spiel wirkte Peter John Lee nicht eben entspannt, als er vor der Arena mit seinem Mobiltelefon am Ohr durch die Gegend schlich. Entspannung versprach der Ausflug für den Manager der Eisbären am Dienstag ja auch nicht. Fast immer waren sie in der Vergangenheit als Favorit nach Hamburg gereist wenn es gegen die Freezers ging. Doch diesmal war es anders, schon das erste Auswärtsspiel hatten sie 0:3 bei den Freezers verloren. 20 Punkte trennten Hamburg und Berlin vor dem 36. Spieltag. Dazu gingen die Hamburger noch mit der Serie von 13 Heimsiegen auf das Eis – und verließen das Eis dann mit 14 Heimsiegen in Folge und als neuer Tabellenführer der DEL.

Natürlich, den Vorsprung der Hamburger können die Eisbären in dieser Hauptrunde nicht mehr aufholen. Die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson muss sich an kleineren Zielen orientieren. Immerhin traten die Eisbären am Dienstag lange sehr konzentriert auf. Und das war angesichts ihrer Aufstellung nicht zu erwarten. Erneut fehlten acht Berliner Stammspieler. Frank Hördler war zwar wieder dabei, dafür aber Shawn Lalonde nicht. Tomlinson hatte fast alle seine erfahrenen Profis in den ersten beiden Blöcken konzentriert. Das ließ befürchten, dass der Trainer es nun mit der Brechstange versuchen und seinen jungen Profis aus den hinteren Reihen im Wesentlichen zuschauen lassen würde.

Aber derartiges wäre angesichts des Programms, das die Berliner in den kommenden Tagen vor sich haben, ein Kraftakt gewesen, der sich am Freitag im Spiel gegen Mannheim und am Sonntag gegen Krefeld hätte rächen können. Also ließ Tomlinson die Jugend aufs Eis, nach gut fünf Minuten sogar die vierte Sturmreihe mit Christoph Kabitzky, Vincent Schlenker und John Koslowski. Das Konzept wirkte schlüssig, war aber erfolglos. 37 Spielminuten durften die Eisbären mitspielen, ehe die Freezers durch Schmidt dann in Führung gingen und dann noch zu ihren weiteren Toren kamen.

Es hätte angesichts der vielen Überzahlsituationen der Berliner kein Unglück für die Eisbären sein müssen. Gleich zweimal hatten sie eine 5:3-Überzahl, aber im Powerplay ist eben noch ganz viel Luft nach oben bei Tomlinsons Team.

In der Tabelle dagegen ist kaum noch Luft nach unten. Die Berliner drohen nun auch aus den Rängen zu fallen, die an den sogenannten Pre-Play-offs berechtigen. Das Gute daran wäre: Sie könnten ihre schlechte Saison dann bereits Mitte März aufarbeiten in Berlin. Die Hamburger Anhänger unter den 8362 Zuschauern jedenfalls verhöhnten die Eisbären am Dienstag am Ende mit einem „Ihr wollt Deutscher Meister sein“. Wobei – das wollen die Eisbären schon wieder werden. Aber sie werden es kaum werden können, in dieser Saison.

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