Eisbären vor Mannheim : Auf der Suche nach der verlorenen Energie

Die Eisbären gehen als Tabellenletzter in das Spiel gegen die Adler Mannheim und dazu ist auch noch Stürmer André Rankel gesperrt. Wie die Berliner am Freitag trotzdem gewinnen wollen.

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Kein Grund zum Jubeln: Eisbären-Torjäger André Rankel fehlt für sechs Spiele
Kein Grund zum Jubeln: Eisbären-Torjäger André Rankel fehlt für sechs SpieleFoto: ddp

Berlin - Don Jackson gab sich alle Mühe, die Sache locker zu sehen. Lässig stützte er sich nach der Trainingseinheit der Eisbären am Donnerstag auf seinen Eishockeyschläger und fing an zu plaudern. Doch je länger der sonst so besonnene Trainer an diesem Morgen schwadronierte, desto grimmiger wurde sein Gesichtsausdruck. Und irgendwann konnte er einfach nicht mehr verbergen, wie sehr ihn die 4:7-Klatsche seiner Mannschaft am Sonntag in Ingolstadt immer noch nervt. „Defensivverhalten, Disziplin, Leidenschaft, Energie, Konzentration“, zählte Jackson auf, all das müsse sich bis Freitag unbedingt verbessern.

Denn dann kommt nicht irgendein Gegner in die heimische Arena (19.30 Uhr), sondern die Adler Mannheim, Rekordmeister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Seit jeher pflegen die Eisbären zu diesem Klub ja eine besonders innige Feindschaft; es geht um die Vormachtstellung im deutschen Eishockey. Und da kommt es vor dem nächsten Aufeinandertreffen eher ungelegen, dass die Berliner zuletzt „als Mannschaft zwei schlechte Spiele in Folge gemacht haben“, wie Angreifer Sven Felski sagt. „Vieles hat nicht so gut funktioniert wie sonst.“ Nicht so gut funktioniert? Das ist die harmlose Variante. In Wirklichkeit hat sich die Eisbären-Defensive in Ingolstadt ganze sieben Mal düpieren lassen – vier Tore davon fielen dabei immer nach dem gleichen Konter-Schema.

Geht es nach Felski, hat das auch etwas mit der Spannung zu tun, schließlich hätte seine Mannschaft durch ein Vorbereitungsturnier anders als die Liga-Konkurrenz 13 Spiele innerhalb kürzester Zeit hinter sich gebracht. „Da hat man dann vielleicht mal eine schwache mentale Phase“, sagt der 35 Jahre alte Berliner. Wenn man so will, erwischte Felskis Kollege André Rankel am Sonntag eine besonders schwache Phase. Als seine Eisbären das Spiel im Prinzip nicht mehr gewinnen konnten, legte er seinen ganzen Frust in einen Check gegen den Kopf von Dominic Walsh – und verpasste dem Ingolstädter so eine schwere Gehirnerschütterung.

Sechs Spiele Sperre hat Rankel dafür von der DEL-Disziplinarkommission aufgebrummt bekommen. Für Trainer Jackson „verhältnismäßig viel für diese Liga“. Eine Liga, in der sich die Eisbären momentan auf dem ungewohnten letzten Tabellenplatz wiederfinden. Sie haben zwar zwei Spiele weniger absolviert als alle anderen, dennoch findet Felski, „müssen wir so schnell wie möglich unten raus“. Und erst wenn das gelingt, dann dürfte auch Trainer Don Jackson wieder richtig gute Laune haben.

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