Sport : Eisbären: Walser soll Quint ersetzen

Berlin - Vor wenigen Tagen noch hatte Peter John Lee frohe Kunde mitzuteilen. Deron Quint, in den jüngsten Jahren bester Verteidiger des Berliner Eishockeyklubs, bleibe bei den Eisbären – trotz lukrativer Offerten aus der osteuropäischen Kontinental Hockey League (KHL). „Da sieht man, was für eine gute Adresse wir in Berlin geworden sind“, sagte der Eisbären-Manager. Offensichtlich aber keine so gute Adresse wie Neftechimik Nischnekamsk. Dort, in einem Städtchen mit 200 000 Einwohnern in der russischen Republik Tartastan, wird Quint fortan spielen. Offensichtlich war dem 33 Jahre alten US-Amerikaner das gute Geld doch wichtiger als die gute Adresse. In Russland soll er angeblich eine Millionen Euro netto pro Saison kassieren. Lee sagte allerdings, dass Quint „nur 700 000 Euro netto“ in Russland verdienen würde.

Immerhin hat sich der Berliner Manager schon erfolgreich um Ersatz gekümmert: Derrick Walser wird künftig wieder für die Berliner über das Eis kurven – wie schon bis 2006. Die Verpflichtung des 31 Jahre alten Kanadiers überrascht nicht: Bereits vor dem Abgang von Deron Quint nahm Lee Kontakt mit Walser auf, der sich bewusst für den Schritt zu seinem ehemaligen Klub entschieden hat. „Ich habe noch andere Angebote aus der DEL gehabt“, sagte Walser. „Aber die Eisbären waren meine erste Wahl. Da kam kein anderer Klub infrage.“ Zuletzt lief der Verteidiger für Witjas Tschechow in der KHL auf – jedoch nur bedingt erfolgreich: In der Plus-Minus-Wertung hatte er eine Minus 32 stehen, war also weit häufiger bei Gegentoren als bei erzielten Treffern seines Teams auf dem Eis. Tschechow war in der abgelaufenen Saison die schlechteste Mannschaft in der KHL.

Die Referenzen von Walser sind nicht die besten: Da wiegt die Flucht von Quint schon schwerer. Seit seinem Engagement 2005 spielte der Offensiv-Verteidiger bei den Eisbären – unterbrochen von einem Kurzengagement bei den New York Islanders in der National Hockey League (NHL), in der er 470 Spiele absolvierte. Insbesondere in den Play-offs zählte Deron Quint zu den wertvollsten Profis der Eisbären. cv/ks

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