Eisbären : Zu spät gestartet

Champions Hockey League: Die Eisbären verlieren wegen eines schlechten ersten Drittels 2:5 bei Metallurg Magnitogorsk.

Magnitogorsk - In Sachen Logistik waren die Eisbären bestens vorbereitet auf ihr Spiel in der Champions Hockey League beim russischen Favoriten Metallurg Magnitogorsk. Zumindest dachten sie das. Auf ihrer Reise ins 3500 Kilometer entfernte Städtchen im Ural wollten sie im deutschen Rhythmus bleiben und stellten die Uhren gar nicht erst um. Die Vorbereitungsmaßnahmen zahlten sich jedoch nicht aus, denn der deutsche Eishockeymeister verlor sein zweites Gruppenspiel vor allem wegen eines schlechten Anfangsdrittels 2:5 (0:4, 1:0, 1:1).

Die Eingewöhnung in die russischen Verhältnisse dauerte auf dem Eis länger, als es den Eisbären recht sein konnte: Bereits nach 36 Sekunden überwand Tomas Rolinek den Berliner Torhüter Rob Zepp. Und auch in den folgenden Minuten mussten sich die Eisbären vornehmlich mit der Rolle des Statisten begnügen. Sie ließen sich von Magnitogorsk vor 7701 Zuschauern nahezu schwindelig spielen und waren nach zwölf Minuten und weiteren Treffern durch Denis Chlistow, Jaroslav Kudrna und dem Topscorer der russischen Liga, Jan Marek, praktisch schon geschlagen. „Wir waren anfangs von der Schnelligkeit der Russen überrascht und haben ein Drittel gebraucht, um uns daran anzupassen“, sagte Eisbären-Trainer Don Jackson.

Doch die Berliner wollten einer richtigen Blamage wohl entgehen und entschieden sich im Mittelabschnitt zu einem aggressiveren Spiel, was mit dem Anschlusstreffer belohnt wurde – Stefan Ustorf fälschte in Überzahl einen Schuss von Verteidiger Richie Regehr unhaltbar für den Torwart der Gastgeber ab. Da Metallurg sich nach der schnellen 4:0-Führung zurücknahm, konnten sich die Berliner ihrerseits einige Chancen erarbeiten. Jens Baxmann und Steve Walker ließen aber auch beste Möglichkeiten ungenutzt. „Ich musste meinem Team sagen, dass die Eisbären wirklich stark sind“, sagte Metallurgs Trainer Waleri Belousow. „Es hatte nach dem 4:0 merklich nachgelassen.“

So fanden die Russen im Schlussdrittel wieder zu ihrer anfänglichen Form und erhöhten in Person von Denis Platow auf 5:1. Dass auch Stefan Ustorf kurz vor Schluss noch einen weiteren Treffer für die Eisbären erzielte, könnte sich noch positiv auswirken: Da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt, müssen die Berliner am 3. Dezember zu Hause gegen Magnitogorsk nicht mehr ganz so hoch gewinnen, um die Chance zu wahren, als Gruppenerster ins Halbfinale einzuziehen. Eine Aufgabe, die nach den Eindrücken der gestrigen Begegnung allerdings trotzdem schwierig werden dürfte. Tsp

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