Eisbären-Zugang Jonathan Sim : Mehr als eine Aushilfe

Neuzugang Jonathan Sim will sich bei den Eisbären den Frust wegspielen. Zuletzt hat er in Tschechien viele Probleme gehabt - sportlich und privat.

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Bald in Berlin. Jon Sim.
Bald in Berlin. Jon Sim.Foto: promo

Die erste Schicht beim neuen Arbeitgeber ist eine lange. Trainer Don Jackson lässt seine Profis am Donnerstag viel laufen und proben und er denkt nicht daran, eine Ausnahme zu machen für seinen jüngsten Zugang. „Macht aber nichts“, sagt Jonathan Sim, nachdem er sich dann doch irgendwann aus seiner Eishockeyausrüstung geschält hat. Zwar hat Sim nur wenig geschlafen und ist auch erst kurz vor Beginn der Übungseinheit angereist, aber er ist schon froh, überhaupt mitmachen zu dürfen in Berlin. „Weil die letzten Monate so schlimm waren“, erklärt der Stürmer. „Die Liste der Probleme bei meinem alten Klub wurde immer länger.“

Wenn man Sim so zuhört, könnte man meinen, er wäre aus einem Entwicklungsland zu den Eisbären gekommen. In Wirklichkeit aber spielte er zuletzt in Tschechien – für Slavia Prag und HC Pardubice. Dort hätten sie ihm nicht mal eine Wohnung besorgen können, die Teamkollegen waren nicht nett und auch seine Familie hätte nie Anschluss gefunden. Jonathan Sim ist eben Besseres gewohnt. Fast 500 Mal lief er in der National Hockey-League auf, auch den größten Eishockeypokal, den Stanley Cup, gewann er einst. Nur in Europa, wo er nach seiner Karriere in Amerika, eine neue Chance suchte, ist er nie richtig angekommen. Doch diese schlechten Erlebnisse „will ich jetzt vergessen“, sagt er. Dafür will sich der 34 Jahre alte Angreifer richtig reinhängen. Bei seinem ersten Einsatz am Freitag gegen den EHC München (19.30 Uhr, Arena Ostbahnhof) soll man zwar nicht zu viel erwarten, später aber dürfen es schon ein paar Tore sein. „Ich bin ja Goalgetter.“

Und auch wenn Jonathan Sim genau weiß, dass er nur hier gelandet ist, weil die Eisbären gerade viele verletzte Spieler haben, spekuliert er gar nicht so heimlich darauf, länger zu bleiben. „Ich würde gerne über die Saison hinaus hier spielen. Berlin finde ich schon jetzt super“, sagt Jonathan Sim.  Schlimmer als in Tschechien kann es aus seiner Sicht nicht mehr werden.

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